„Starke Beutejagd, schwache Steuerung“
Das Spiel
Willkommen beim Reincarnation Insurance Program: ein Top-down-Shooter, der bildschirmfüllende Gegnerwellen im Stil eines „Survivor-like“ mit der ausrüstungsgetriebenen Progression eines Diablo-RPGs zusammenbringt. Du steuerst einen Agenten im Mech-Anzug, verwandelst Zombiehorden in Asche und Erfahrungspunkte und arbeitest dich durch Runs auf bessere Beute hin. Genau diese Spielschleife trägt auch den Langzeitreiz: besseres Loot finden, höhere Schwierigkeitsgrade angehen, noch stärkere Builds bauen.
Fazit
R.I.P. hat eine starke Grundidee: Es kombiniert das hektische Tempo eines Bullet-Heaven-Shooters mit der befriedigenden Beutejagd eines Loot-RPGs. Eine Zeit lang geht diese Kombination auch auf. Das Problem ist alles drum herum. Die miserable Controller-Steuerung macht das Spiel für alle ohne Maus praktisch unbrauchbar, und selbst dann stehen die umständliche Benutzeroberfläche und technische Probleme ständig im Weg. So bleibt ein Spiel mit überzeugender Spielschleife, das an seiner schwachen Umsetzung und dem fehlenden Feinschliff krankt.
Gefällt dir, wenn …
- +Du tüftelst gern an Builds in einem Diablo-lite-Loot-System.
- +du eine günstige Mischung aus „Bullet Heaven“ und Looter-Shooter für Maus und Tastatur suchst.
- +dich vor allem die Vorstellung reizt, bildschirmfüllende Horden in einen Schauer aus bunter Beute zu verwandeln.
Nichts für dich, wenn …
- −du in einem Top-down-Shooter eine funktionierende Controller-Steuerung erwartest.
- −Feinschliff und eine reibungslose Bedienung für dich Pflicht sind.
- −Spiele mit generischen oder KI-artigen Assets auf dich seelenlos wirken.
Wertung
- +Die Spielschleife aus Schießen, Looten und Aufrüsten ist flott und motivierend.
- +Die Mechaniken sind leicht zu verstehen, lassen aber genug Raum zum Experimentieren.
- −Die Controller-Steuerung ist grundlegend kaputt, weil sie einen Mauszeiger nachahmt, statt eine normale Twin-Stick-Steuerung zu bieten.
- −Runs werden schnell eintönig, weil dieselben Bossbegegnungen wiederkehren und strategisch nur wenig Abwechslung geboten wird.
- −Für manche wirkt Spielgefühl und Präsentation wie bei einem simplen Mobile-Spiel.
- +Das von Diablo inspirierte Loot-System ist eine solide Basis, um an Builds zu tüfteln und besserer Ausrüstung hinterherzujagen.
- +Meta-Fortschrittssysteme und mehrere Charakterklassen reizen zu weiteren Durchläufen.
- −Die Build-Vielfalt wirkt eingeschränkt, weil in der Endphase nur wenige Strategien wirklich brauchbar bleiben.
- −Der Umfang kann dünn wirken, sodass am Ende eher Grind aufkommt als das Gefühl neuer, sinnvoller Herausforderungen.
- −Der Einsatz von offenbar KI-generierter Grafik erschafft eine generische, uneinheitliche Spielwelt ohne echte Atmosphäre.
- +Charakter- und Gegnermodelle sind gelungen umgesetzt, dazu kommen saubere visuelle Effekte in den Kämpfen.
- −Zu den verbreiteten Technikproblemen gehören Ruckler und Abstürze, besonders auf bestimmten Hardware-Konfigurationen.
- −Das Sounddesign ist inkonsistent: Manche Effekte fehlen, außerdem werden Audiobugs häufig gemeldet.
- −Wichtige Zwischensequenzen wie Boss-Einführungen kommen sogar komplett ohne Ton aus.
- −Die Benutzeroberfläche für die Upgrade-Auswahl während eines Runs ist umständlich und bremst das Spiel aus.
- −Es fehlen genreübliche Komfortfunktionen wie ein umfassender Loot-Filter.
- −Das Spiel wirkt unfertig und eher wie ein Early-Access-Titel als wie ein vollwertiger 1.0-Release.
- −Das Spiel ist von Bugs durchzogen und es fehlt insgesamt an Feinschliff.
Wertung