„Befriedigendes Geballer, ertränkt in stummem Ton und Soft-Locks“
Das Spiel
Killer Bean basiert auf der Animationsmarke gleichen Namens: Man spielt eine abtrünnige Kaffeebohne mit Pistole, die sich durch Gegnerhorden ballert. Wechselbar zwischen First- und Third-Person kombiniert das Spiel Schießereien mit Parkour, Bullet Time und Sonderfähigkeiten wie abprallenden Kugeln und einem Breakdance-Ultimate. Neben einer kurzen Kampagne nach den Ereignissen von Killer Bean Forever gibt es einen Party- und einen Arena-Modus sowie prozedural erzeugte Inseln mit Roguelike-Elementen. Das Spiel steckt im Early Access und ist das Werk eines einzelnen Entwicklers.
Fazit
Killer Bean hat einen Kern, der trägt: Das Schießen fühlt sich gut an, die abprallenden Kugeln und der Breakdance-Move passen zum trashigen Humor der Vorlage. Doch der aktuelle Zustand stellt sich selbst ein Bein. Standardmäßig stummes Audio, fehlende Soundeffekte, Soft-Locks schon im Tutorial und eine Kampagne, die nach zwei Stunden vorbei ist, lassen mehr Baustelle als Spiel erkennen. Der Solo-Entwickler verdient Anerkennung, aber zum jetzigen Preis sollte man auf Patches warten, bevor man zugreift.
Gefällt dir, wenn …
- +du die Killer-Bean-Animationen kennst und den albernen Ton magst
- +dir rohes, schnelles Geballer mit Ragdoll-Physik reicht
- +du bereit bist, einen Solo-Entwickler durch eine lange Early-Access-Phase zu begleiten
Nichts für dich, wenn …
- −du ein fertiges, durchgetestetes Spiel ohne Audio-Bugs erwartest
- −dich repetitive Sammel-und-Lauf-Missionen schnell langweilen
- −dir Roguelike-Tiefe und längerfristige Progression wichtig sind
Wertung
- +Schießen und Bewegung finden einen befriedigenden Rhythmus, gerade die abprallenden Kugeln laden zum Experimentieren ein
- +Das Breakdance-Ultimate und die Ragdoll-Physik sorgen für genau die alberne Note, die zur Vorlage passt
- −Die Steuerung wirkt hakelig und mehrere Tastenbelegungen sind verquer voreingestellt
- −Missionen reduzieren sich auf das Halten von E an Objekten und wiederholen sich schnell
- −Das Balancing macht Kämpfe oft trivial, der Widerstand fehlt
- +Party- und Arena-Modus bieten neben der Kampagne etwas Abwechslung
- −Die Kampagne ist in unter zwei Stunden durch
- −Missionsdesign bleibt bei Sammeln und Laufen stecken, ohne sich zu entwickeln
- −Die Roguelike-Elemente wirken angeklebt statt durchdacht
- +Die Fortsetzung der Geschichte nach Killer Bean Forever spricht Fans der Marke an
- +Die bewusst trashigen Dialoge passen zum Ton der Vorlage
- −Die Vertonung ist dünn, dieselben Sprachzeilen wiederholen sich im Gefecht rasch
- −Erzählung über die Umgebung findet kaum statt
- +Auf gut laufenden Systemen kommen flüssige Bildraten zustande
- +Die Optik geht für ein Indie-Projekt in Ordnung
- −Audio-Slider stehen standardmäßig auf null, große Teile des Tons fehlen schlicht
- −Schüsse, Sprachzeilen und Umgebungsgeräusche setzen stellenweise komplett aus
- −Die Performance schwankt stark, manche melden heftiges Ruckeln statt der gepriesenen Bildraten
- −Einige Umgebungen wirken mit billigen Assets zusammengesetzt
- +Skip-Buttons für Missionen sind als Notlösung immerhin eingebaut
- −Bugs sind allgegenwärtig: Clipping durch Geometrie, Soft-Locks und kaputte Animationen
- −Missionsziele werden vage erklärt oder spawnen gar nicht erst
- −Im Tutorial kann der Nachladevorgang trotz unendlicher Munition komplett blockieren
- −Lange Ladezeiten und ein unfertiges Menü-Gerüst
Wertung