„Prachtvolle Karibik-Neuauflage, zerredet von Shop-Menüs und 30-FPS-Sequenzen“
Das Spiel
Assassin's Creed Black Flag Resynced ist die Neuauflage des Piraten-Ablegers von 2013. Man steuert erneut Edward Kenway durch die Karibik zur Blütezeit der Piraterie, entert Schiffe in Seegefechten, klettert über Dächer von Havanna und taucht nach versunkenen Schätzen. Das Original wurde grafisch überarbeitet, die Steuerung modernisiert und um einige neue Missionen ergänzt. Gleichzeitig wurden Teile gestrichen: die Gegenwartssequenzen rund um Abstergo, ein Großteil der Waffenvielfalt und einige Kampfoptionen. Beim Start liegen zusätzliche DLC-Pakete im Wert von rund 85 Euro vor, und mehrere Ubisoft-Connect-Dienste sind fest ins Menü eingebunden.
Fazit
Der Kern von Black Flag ist noch da, und optisch macht die Karibik einiges her. Doch der Weg dahin führt durch Menüs, die vor allem verkaufen wollen, durch 30-FPS-Zwischensequenzen und durch Bugs, die Quests blockieren und Speicherstände beschädigen. Für Neulinge, die das Original verpasst haben, steckt hier eine gute Piratengeschichte, aber sie ist von einer Vermarktungsschicht überzogen, die man erst wegschieben muss. Wer das Spiel von 2013 kennt, findet zu wenig Neues und zu viele Verschlechterungen, um den Vollpreis plus DLC zu rechtfertigen.
Gefällt dir, wenn …
- +du das Original nie gespielt hast und die Karibik-Fantasie in hübscherer Optik erleben willst
- +dir Seegefechte und Entern wichtiger sind als tiefe Systeme
- +du über technische Ecken hinwegsiehst, solange die Atmosphäre stimmt
Nichts für dich, wenn …
- −dich in Menüs eingebaute Shops und DLC-Hinweise vergraulen
- −du eine runde, bugfreie Neuauflage zum Vollpreis erwartest
- −dir die gestrichene Gegenwartsebene und die reduzierte Kampfvielfalt fehlen
Wertung
- +Der Kern-Loop aus Segeln, Entern und Erkunden funktioniert weiterhin und ist der Grund, warum Black Flag überhaupt in Erinnerung blieb
- +Steuerung und Kampf-Flow wurden geglättet, Zielerfassung und Menüführung reagieren direkter als 2013
- −Das Parkour ruckelt, Edward wirkt bei hohem Tempo wie eine Stop-Motion-Figur, die erst an Flächen kleben muss, bevor sie weiterläuft
- −Kampfvielfalt wurde beschnitten: Fäuste, versteckte Klinge und Waffenwechsel sind raus, der Anspruch bleibt trotzdem niedrig
- −Stealth ist selten nötig, weniger Umgebungsgefahren reduzieren die taktischen Möglichkeiten
- −Legacy-Tastenbelegung fehlt, das Neubelegen von Sprint auf einen Trigger legt das Parkour lahm
- +Ein paar frische Missionen ergänzen den bekannten Umfang
- +Ohne Multiplayer-Erfolge ist die 100-Prozent-Marke endlich alleine erreichbar
- −Der Inhaltsumfang entspricht weitgehend dem Original von 2013, echte neue Systeme fehlen
- −Die Gegenwartsebene rund um Abstergo wurde gegen schwächer aufgenommene Rifts getauscht, das kostet erzählerischen Unterbau
- −Unsichtbare Wände und gesperrte Inselzugänge engen die offene Welt stärker ein als früher
- −Reduzierte Waffen- und Kampfoptionen verkleinern den taktischen Spielraum
- +Edward Kenways Geschichte trägt auch nach über einem Jahrzehnt, für Neueinsteiger ein starker Einstieg
- +Die Vertonung wirkt in einigen Sprachfassungen solide, die chinesische Lokalisierung wird gelobt
- −Neue Erzähler-Kommentare lassen Edward gekünstelt und unerfahren klingen
- −Der Wegfall der Meta-Ebene um Abstergo verschlankt die Rahmenhandlung spürbar
- −Zwischensequenzen laden teils gar nicht und lassen sich nur durch manuelles Pausieren erzwingen
- +Der visuelle Sprung ist deutlich: Licht, Texturen, Farben, Wasser und Raytracing zeichnen eine dichte Karibik
- +Charakteranimationen und Umgebungsdetails wirken über weite Strecken hochwertig
- −Zwischensequenzen sind 2026 auf 30 FPS gesperrt, während das Spiel selbst 80 bis 90 Bilder liefert
- −Der Ton ist stark komprimiert, jeder Charakter klingt wie in einem Podcast auf einer Lautstärke
- −Ruckler in Städten wie Havanna, Textur-Nachladen, Freezes von über 20 Sekunden und Crashes stören das Bild
- −Verstreute Detailfehler wie auf 60 FPS eingefrorene Umhänge und Tauben
- +Die grundlegende Bedienung ist gegenüber 2013 aufgeräumt, wenn sie denn geladen hat
- −Das Menü lenkt gezielt zum Shop: der Pause-Knopf öffnet die Storefront, ein Tutorial-Popup verweist auf DLC-Käufe
- −Das Optionsmenü braucht über 30 Sekunden und mehrere Ladebildschirme, nur um sich zu öffnen
- −Ubisoft-Connect-Anbindung verhakt Spieler zwischen mehreren Konten und blockiert im schlimmsten Fall den Start
- −Quest-blockierende Bugs wie der Ozelot-Skin-Hardlock, defekte NPC-Pfadfindung und Speicherstände, die sich zerschießen
- −Crashes beim Ändern von Grafikeinstellungen, exzessive Ladezeiten, QA unter dem Niveau eines Vollpreistitels
Wertung