„Prachtvoller Höllenabstieg, dessen Lust-Stage und Crashes Runs fressen“
Das Spiel
Hell Maiden ist ein Horde-Survival-Roguelite in der Tradition von Vampire Survivors, das seine Struktur an Dantes Göttlicher Komödie aufhängt. Man steigt durch die Kreise der Hölle, hält Gegnerwellen mit automatisch feuernden Waffen auf Abstand und sammelt XP-Orbs für Level-Ups im Run. Der Kern ist ein Kartensystem: Mod-Karten verändern und kombinieren Waffen, sodass sich unterschiedliche Builds bauen lassen, dazu kommt Meta-Progression zwischen den Läufen. Erzählerisch legt das Spiel einen yuri-geprägten Handlungsrahmen über die Inferno-Vorlage, mit vertonten Figuren und animierten Zwischensequenzen. Zum Start in den Early Access sind zwei Höllenkreise spielbar, Limbo und die Lust-Stage.
Fazit
Hell Maiden verkauft seinen Höllenabstieg über eine Präsentation, die zwei Klassen über dem Preis spielt: 90er-Anime-Look, ein Mili-Opening und eine yuri-Deutung von Dantes Inferno, die man ernst nehmen kann. Der Spielkern zieht mit, solange das Kartensystem Builds und Kombos hergibt, stolpert aber über die Lust-Stage, deren Schwierigkeit selbst mit maximaler Bewegungsgeschwindigkeit unfair kippt, und über Abstürze, die während Ultimate-Animationen ganze Runs kosten. Als Early Access mit zwei Höllenkreisen ist das ein starkes Fundament, dem noch Balancing und technischer Feinschliff fehlen. Wer den Zustand als Baustelle akzeptiert und den Stil liebt, bekommt hier schon jetzt viel für sein Geld.
Gefällt dir, wenn …
- +du Vampire-Survivors-Loops mit echtem Build-Basteln über Mod-Karten magst
- +dir eine vertonte, yuri-geprägte Nacherzählung von Dantes Inferno den Grind versüßt
- +dich eine 90er-Anime-Optik samt starkem Soundtrack anzieht
Nichts für dich, wenn …
- −dich harte Schwierigkeitssprünge frustrieren, die auch Meta-Upgrades kaum abfedern
- −dir Absturz-Bugs, die laufende Runs auslöschen, den Spaß nehmen
- −du im Bullet Heaven wuchtiges Trefferfeedback beim Leveln erwartest
Wertung
- +Das Kartensystem lässt Waffen live umbauen und Mod-Effekte auf andere Waffen umlegen, was echte Kombo-Experimente erlaubt
- +Gegnervielfalt und eine aktive Dodge-Mechanik heben das Ganze über reines Auto-Feuern hinaus
- +Präzises Steuerungsgefühl, wenn ein Build erst greift
- −Die Lust-Stage zieht die Schwierigkeit brutal an: Gegner und Projektile werden schneller als die Spielerin, selbst bei maximal gelevelter Bewegungsgeschwindigkeit
- −Ein Teil der Spieler empfindet die Bewegung als träge und den Knockback als übertrieben
- −Fehlendes Trefferfeedback beim XP-Einsammeln nimmt dem Töten die Wucht
- +Die Mod-Karten-Progression erinnert an Warframes Mods und sorgt dafür, dass Läufe sich unterscheiden
- +Charakterspezifische Startwaffen eröffnen verschiedene Spielweisen
- +Meta-Progression belohnt das Freischalten über mehrere Runs
- −Der Kartenpool wirkt begrenzt, viele Upgrades geben nur marginale Statwerte
- −Das Balancing kippt zu stark Richtung weniger überstarker Ausreißer-Builds
- −Zwei spielbare Höllenkreise sind für dauerhaften Wiederspielreiz noch dünn
- +Die yuri-Neudeutung von Dantes Inferno trägt tatsächlich und gibt dem Höllenabstieg einen roten Faden
- +Vertonung über mehrere Sprachen hinweg auf professionellem Niveau
- +Animierte Zwischensequenzen und charmante Figuren verankern die Atmosphäre
- −Fehlende Dialog-History und lückenhafte Untertitel-Funktionen erschweren das Mitverfolgen
- +Die 90er-Anime-Ästhetik ist mit spürbarer Sorgfalt umgesetzt, von Charakterdesign bis Kartenillustration
- +Der Soundtrack samt Mili-Opening zählt zu den Höhepunkten
- +Level erreichen eine Optik, die an Supergiant erinnert
- −Zaubereffekte verdecken zeitweise das eigentliche Spielgeschehen
- −Ultimate-Animationen ruckeln, manche schalten sie deshalb ganz ab
- −Frame-Drops und Stottern, besonders auf dem Steam Deck
- +Viele Spieler bezeichnen das Spiel trotz Early Access als stabil genug zum Durchspielen
- −Abstürze in Ladebildschirmen und während Animationen kosten laufende Runs
- −Schwarze Bildschirme bei Stage-Übergängen können Fortschritt fressen
- −Kartenverwaltung über Tastatur ist umständlich, die Deck-Mechanik anfangs schwer zu durchschauen
Wertung