„Regeltreue 5E-Gefechte, Level-4-Deckel und Saves, die verschwinden“
Das Spiel
Solasta II ist ein rundentaktisches Party-RPG von Tactical Adventures, das die Regeln von D&D 5E (in der aktualisierten Fassung SRD 5.2) direkt umsetzt. Man stellt eine Gruppe von Abenteurern zusammen, zieht durch das von Mana durchzogene Land Neokos und stellt sich einer dunklen Macht unter dem Anführer Shadwyn. Zwischen den Kämpfen erkundet man Städte wie Caer Mar, reist über eine Weltkarte und trifft Entscheidungen, deren Ausgang Würfelwürfe mitbestimmen. Das Spiel startet als Early Access mit einem Levelcap von 4, einer Kampagne von rund 15 bis 20 Stunden und einem Koop-Modus. Ben Starr und Devora Wilde gehören zur Sprecherriege.
Fazit
Solasta II macht das, was der Vorgänger auszeichnete, noch genauer: Die Rundenkämpfe folgen dem 5E-Regelwerk so treu und griffig, dass Tabletop-Fans hier lange bleiben werden. Als Early Access zeigt das Spiel aber deutlich seine Baustellen. Der Levelcap von 4, fehlende Klassen und eine kurze Kampagne begrenzen den Umfang, und Abstürze, verlorene Speicherstände sowie eine sperrige UI trüben den Eindruck spürbar. Wer die 5E-Kämpfe genießen und über die Lücken hinwegsehen kann, findet ein starkes Grundgerüst. Wer ein fertiges Rollenspiel will, wartet besser auf den Vollrelease.
Gefällt dir, wenn …
- +du D&D-5E-Regeln liebst und ihre saubere Umsetzung über allem steht
- +du taktische Rundenkämpfe auf hohem Schwierigkeitsgrad suchst
- +dich ein früher Zustand nicht stört, wenn das Fundament stimmt
Nichts für dich, wenn …
- −du ein vollständiges, umfangreiches CRPG erwartest statt eines Level-4-Auftakts
- −dir Abstürze und verlorene Speicherstände den Spaß nehmen
- −du auf eine dichte, gut geschriebene Story angewiesen bist
Wertung
- +Die rundentaktischen Kämpfe setzen das 5E-Regelwerk sauber um und gelten vielen als beste Videospiel-Adaption der aktuellen Regeln
- +Auf höheren Schwierigkeitsgraden zieht die Herausforderung spürbar an
- +Cunning Action und ähnliche Klassenmechaniken funktionieren so, wie Tabletop-Spieler sie erwarten
- −Trefferberechnung wirkt undurchsichtig: 60 Prozent Chance trotz guter Positionierung fühlen sich für viele falsch an
- −Die Bewegung außerhalb des Kampfes ist hakelig und macht das Erkunden zur Klickarbeit
- −Navigation durch Karten und Areale frustriert regelmäßig
- +Die Charaktererstellung mit Slider-System bietet für Regelkenner viel Spielraum
- +Das taktische Fundament trägt und lässt Ausbaupotenzial erkennen
- −Levelcap 4 beschneidet Builds und Fortschritt massiv
- −Zentrale Klassen und Subklassen fehlen (Barbar, Barde, Waldläufer, Champion-Kämpfer)
- −Systeme wie Handwerk und der Schreiber-Mechanismus sind unfertig
- −Die Kampagne endet nach 15 bis 20 Stunden ohne echten Wiederspielanreiz
- +Die Sprachausgabe wird durchweg gelobt, Ben Starr und Devora Wilde tragen die Figuren
- +Ein Teil der Spieler findet Worldbuilding und Charaktere überzeugend
- −Die Texte wirken auf viele blass und uninspiriert
- −Der Adoptions-Geschwister-Rahmen der Gruppe kommt gezwungen und unpassend rüber
- −Persönlichkeitssysteme bleiben unterentwickelt
- +Optik und Animationen sind ein klarer Schritt nach vorn gegenüber dem Vorgänger
- +Rüstungsdesign und Art Direction überzeugen
- +Cinematics rücken die Figuren in Szene
- −Gesichtsanimationen wirken steif und laufen oft nicht synchron zum Dialog
- −Die Performance bricht außerhalb der Startstadt teils deutlich ein
- −Clipping, Pop-in und fehlerhafte Charaktermodelle treten häufig auf
- +Das überarbeitete Bewegungssystem wird von manchen als spürbare Verbesserung gelobt
- −Abstürze und beschädigte Speicherstände kosten Fortschritt
- −Die UI ist schwer lesbar, besonders Aktionsleiste und Icons
- −Unreal Engine 5 sorgt bei vielen für Optimierungs- und Ressourcenprobleme
- −Menüs und Ladezeiten holpern gelegentlich
Wertung