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Shards of Order

Shards of Order

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„Geteilter Zeittakt: Dieser Deckbuilder tickt wirklich anders“

Das Spiel

Shards of Order ist ein Dark-Fantasy-RPG mit Kartenkampf, entwickelt von Fardust, dem Studio hinter Tainted Grail. Ihr führt eine Gruppe aus drei Überlebenden durch eine Welt, deren grundlegende Gesetze zerbrochen sind. Diese Regeln stellt ihr eine nach der anderen wieder her und lebt mit den Folgen jeder Wiederherstellung. Statt des üblichen Energievorrats setzt der Kampf auf geteilte Zeitkosten: Jede ausgespielte Karte treibt eine Uhr voran, und ein Großteil der Taktik besteht darin, die eigene Zeit zu verkürzen und zugleich den Countdown des Gegners zu strecken. Außerhalb der Kämpfe formt ihr die Gruppe über einen Fähigkeitenbaum mit kostenlosem Respec, über Ausrüstungs- und Rüstungswahl sowie über ein einziges, von allen drei Charakteren geteiltes Deck. Die Kampagne läuft als lineare Geschichte statt als Roguelike, ein echtes Ende hängt davon ab, wie ihr die Gesetz-und-Regel-Mechanik nutzt, und ein New Game+ gibt es nicht.

Fazit

Das Wichtigste macht Shards of Order richtig: Weil sich die gesamte Gruppe eine Zeituhr teilt, wird jede Karte zu einer Timing-Entscheidung, und der Kampf fühlt sich anders an als bei den Deckbuildern, bei denen sich das Spiel bedient. Die düstere Grafik und der Soundtrack vermitteln die Welt überzeugend, und die Geschichte hat, Übersetzungswackler beiseite, Ideen, denen man gern folgt. Was das Spiel zurückhält, ist der Rahmen um die Kämpfe: eine Gegner-Skalierung, die euch abhängt, kein Grund zum Wiederspielen nach dem Abspann und kleine Versäumnisse wie fehlende Deck-Vorlagen und ein umständlicher Respec-Reset, die mit der Zeit zunehmend nerven. Nehmt es als starkes Einmal-Erlebnis zu einem fairen Preis, und wisst, dass die zweite Hälfte mehr eure Geduld als eure Taktik fordert.

Gefällt dir, wenn …

  • +ihr ein Karten-RPG mit mechanischem Kniff wollt statt der nächsten Energie-und-Block-Schleife
  • +euch eine starke Geschichte für einen Durchgang mehr bedeutet als endlose Wiederspielbarkeit
  • +düstere Fantasy mit kosmisch-okkulten Ideen und dichter Atmosphäre euer Ding ist

Nichts für dich, wenn …

  • euch Schwierigkeitsspitzen den Run verderben, die nach Zahlen statt nach eurem Spiel aussehen
  • ihr New Game+ und Deck-Vorlagen in einem Deckbuilder als Selbstverständlichkeit erwartet
  • euch eine uneinheitliche Übersetzung und der Tonbruch zwischen provokant und düster aus der Immersion reißen

Wertung

Gameplay
  • +Das eigentliche Herzstück ist das Zeitkosten-System: Statt Energie auszugeben, treibt jede Karte eine gemeinsame Uhr voran. Wer die eigenen Kosten gegen die Countdowns der Gegner ausspielt, gibt den Kämpfen einen Rhythmus, den die meisten Deckbuilder nicht bieten.
  • +Die Deckvielfalt und die Freiheit, einen Build jederzeit umzubauen, halten das Kampfgeschehen für Tüftler lebendig.
  • Die Gegner skalieren schneller, als eure Upgrades mithalten. Mehrere Spieler beschreiben alles ab der zweiten Zone als Grind, in dem man nicht mehr sinnvoll aufholen kann.
  • Sterbt ihr, bekommt ihr nichts für bereits besiegte Gegner. Ein schlechter Run summiert sich so, statt etwas beizubringen.
  • In späteren Begegnungen entscheidet der Zufall so stark mit, dass sich Niederlagen zugeteilt statt verdient anfühlen.
Spieltiefe
  • +Kartenkombinationen, Skill-Spezialisierungen und Ausrüstungssynergien lassen echten Raum, um mit verschiedenen Gruppenaufstellungen zu experimentieren.
  • +Dank kostenlosem Respec baut ihr um, ohne von vorn anzufangen.
  • Die Kampagne ist kurz, und ein New Game+ fehlt. Habt ihr sie durch, gibt es kaum einen Anreiz, andere Builds auszuprobieren.
  • Deck-Vorlagen lassen sich nicht speichern, was das Wechseln zwischen Builds zur Fleißarbeit macht.
  • Ein abgeschlossener Spielstand setzt euch am finalen Bosskampf ab. Wollt ihr andere Builds oder Story-Verzweigungen sehen, braucht ihr eine neue Datei und müsst erneut durch das Tutorial.
Atmosphäre
  • +Das düstere Setting setzt auf kosmisch-okkulte Ideen, die frisch wirken, und die Dialoge streben einen Ton wie in Disco Elysium an, der bei vielen Spielern ankam.
  • +Das Wiederherstellen der zerbrochenen Gesetze verknüpft Story-Entscheidungen mit Folgen, die euch weiter begleiten.
  • Die Übersetzung ist uneinheitlich, manche englischen Zeilen wirken unklar oder holprig.
  • Flapsige, betont provokante Dialoge beißen sich mit dem ansonsten düsteren Ton.
  • Moralische Entscheidungen wirken mitunter wie Dekoration statt wie Entscheidungen mit Gewicht.
Präsentation
  • +Die düster-gotische Grafik erntet fast einhelliges Lob.
  • +Der Soundtrack trifft mit Wucht und prägt die Stimmung in den Kämpfen.
  • Karten-Tooltips werden oft nicht korrekt angezeigt. In einem Spiel, das vom Lesen der Karteneffekte lebt, wiegt das schwer.
  • Grafikfehler im Breitbild und Ruckler auf dem Steam Deck werden wiederholt gemeldet.
Umsetzung
  • +Die Entwickler liefern Patches nach und reagieren auf gemeldete Probleme, was einen Teil des anfänglichen Frusts gemildert hat.
  • Beim Respec müsst ihr Skills von oben nach unten einzeln zurücknehmen, einen Reset-Knopf gibt es nicht. Das kostet Zeit.
  • Fehlende Deck-Vorlagen sind für ein Kartenspiel ein echtes Versäumnis.
  • Diverse Bugs blockieren den Fortschritt, und der Speicher-Zwang am Endboss verschärft das Wiederspielproblem.
76 / 100
Atlas-
Wertung
Steam
92%
positiv
Entwickler
Fardust
Erschienen
28 Jul, 2026
Bewertet am
4. August 2026
Auf Steam ansehen →