„Mech-Gefühl wie früher, Feinschliff von gestern“
Das Spiel
RIG Riot ist ein Third-Person-Action-Roguelike rund um Mech-Gefechte. Ihr schickt einen individuell angepassten RIG auf Raubzüge gegen immer härtere Gegner, erfüllt Missionsziele und verdient euch so neue Teile und Währung. Zwischen den Runs lässt sich der Mech mit Tausenden von Bauteilen dauerhaft umbauen, was sehr eigene Builds ermöglicht und sich deutlich an klassischen Armored-Core-Spielen orientiert. Die Spielschleife besteht aus Raids, Beute und ständigem Herumschrauben am Loadout eurer Maschine.
Fazit
RIG Riot triumphiert durch sein Spielgefühl. Seine schnellen, flüssigen Mech-Kämpfe holen eine sehr bestimmte Art von Third-Person-Action brillant zurück, die viele längst bei einer früheren Konsolengeneration verloren glaubten. Die schiere Menge an Teilen macht den Bau eines eigenen RIGs zu einem tiefen und lohnenden Prozess, in dem ganze Abende verschwinden können. All das steckt allerdings in einem Paket, das klar unfertig wirkt, mit sperriger Benutzeroberfläche und einer langen Liste an Bugs. Wer genau nach dieser klassischen Mech-Pilotenfantasie sucht, bekommt dennoch einen so starken Kern, dass man über viele der groben Kanten gern hinwegsieht.
Gefällt dir, wenn …
- +Ihr gute Erinnerungen an Armored Core aus der PS2-Ära habt und genau dieses Gefühl zurückhaben wollt.
- +Ihr stundenlanges Tüfteln an Teilewerten und Build-Synergien als Spielspaß versteht.
- +Ihr beträchtliche Rauheit verzeiht, solange der Kernkampf schnell und direkt ist.
Nichts für dich, wenn …
- −Ihr von einem vollständig veröffentlichten Spiel ein ausgereiftes, bugfreies Spiel erwartet.
- −Sperrige Menüs und eine unübersichtliche Benutzeroberfläche euch schnell frustrieren.
- −Euch fehlende Story und sich wiederholende Missionsziele rasch langweilen.
Wertung
- +Das schnelle, flüssige Bewegungssystem trifft das Spielgefühl klassischer Mech-Action bemerkenswert gut.
- +Die temporeichen Schusswechsel aus der Third-Person-Perspektive fühlen sich direkt an und machen den Kampf befriedigend.
- +Die Spielschleife aus Teilejagd und Upgrades ist stark genug, um über Dutzende Stunden hinweg zu motivieren.
- −Missionsziele und Gegnerbegegnungen können sich nach mehreren Runs spürbar wiederholen.
- −Die Kampfbalance ist uneinheitlich. Manche Builds trivialisieren die Inhalte, andere sind kaum brauchbar.
- +Die enorme Anpassungstiefe mit Tausenden von Teilen erlaubt tiefes, lohnendes Build-Basteln.
- +Die Jagd nach versteckten und seltenen Teilen erhöht den Wiederspielwert deutlich.
- +Es unterstützt sehr unterschiedliche Spielstile, von wendigen Gunfightern bis zu schweren Waffenplattformen.
- −Die Roguelike-Systeme wirken noch nicht weit genug ausgearbeitet, weil es bei Missionen und Karten kaum Abwechslung gibt.
- −Viele Mech-Teile sind eher simple Wertevarianten als Ausrüstung mit klar eigenständiger Funktion.
- +Es trifft die spezielle Ästhetik und die unpersönliche, konzern-dystopische Stimmung älterer Armored-Core-Teile sehr überzeugend.
- −Eine erkennbare Handlung oder nennenswerte Charakterentwicklung gibt es praktisch nicht.
- +Der Low-Poly-Look im Stil der PSX ist eine bewusste ästhetische Entscheidung, und sie funktioniert.
- +Auf sehr unterschiedlicher PC-Hardware läuft das Spiel insgesamt ordentlich.
- −Das Sounddesign ist ein klarer Schwachpunkt. Die Musik nervt, und die Waffensounds bleiben einfallslos.
- −Trotz der schlichten Optik kann die Leistung in hitzigen Momenten deutlich einbrechen.
- +Das grundlegende Gameplay ist stark genug, um auch trotz des generellen Mangels an Feinschliff zu überzeugen.
- −Es wirkt eher wie ein Early-Access-Spiel als wie eine fertige 1.0-Version.
- −Die Benutzeroberfläche ist sperrig, überladen und oft schwer zu lesen.
- −Dazu kommen zahlreiche Bugs, darunter kaputte KI, Physikfehler und Gegner, die im Terrain spawnen.
Wertung