„Tech-Priester verlieren den Bastelkasten, die Gefechte gewinnen an Biss“
Das Spiel
Mechanicus II schickt euch ein zweites Mal in den Krieg zwischen den techno-religiösen Dienern des Omnissiah und den erwachenden Necron-Legionen, diesmal in zwei getrennten Kampagnen. Statt der Roguelike-Erkundung und der frei zusammengeschraubten Tech-Priester aus dem Vorgänger steht hier eine lineare Story im Mittelpunkt, dazu rundenbasierte Gefechte, die stärker über Truppensynergien, Anführer-Spielstile und Zugreihenfolge laufen. Cognition-Punkte, Relikte und Kommandoprotokolle steuern, wie ihr eure Squads im Kampf einsetzt.
Fazit
Bulwark hat den Vorgänger nicht erweitert, sondern umgebaut, und das spaltet die Fanbase zu Recht. Wer die selbstgebauten, balancebrechenden Tech-Priester und die Tomb-Erkundung geliebt hat, wird hier vermissen, was Mechanicus seinen Reiz gab. Wer dagegen sauberere taktische Probleme will, bekommt das beste Kampfsystem der Reihe, ausgebremst von Performance-Macken, Soft-Locks und einem Soundtrack, der gegen den ersten Teil verliert.
Gefällt dir, wenn …
- +ihr saubere taktische Probleme aus Synergien und Zugreihenfolge dem Minmaxing vorzieht
- +euch tiefe Fraktionslore und starke Sprecharbeit wichtiger sind als freie Erkundung
Nichts für dich, wenn …
- −ihr die selbstgebauten Tech-Priester und die Tomb-Erkundung des Vorgängers gesucht habt
- −euch eine vollständig lineare Story ohne Spielereinfluss zu eng auf Schiene ist
Wertung
- +Gefechte verlangen echte Taktik statt minmaxter Tank-Builds
- +Cognition-Punkte, Relikte und Kommandoprotokolle schaffen komplexere Anordnungsprobleme als der Vorgänger
- −Entfernte Tech-Priester-Anpassung macht Engagements weniger flexibel lösbar
- +Zwei Fraktionskampagnen mit deutlich unterschiedlichen Anführer-Spielstilen
- −Lineare Story statt Roguelike-Erkundung reduziert Wiederholbarkeit spürbar
- −Fehlende Missionsvarianz macht das zweite Durchspielen sehr nach Schiene wirken
- −Funktionsabbau gegenüber dem Vorgänger rechtfertigt sich zum 40-Euro-Preis nicht
- +Reibung zwischen Omnissiah-Dienern und erwachenden Necrons wird ernst genommen
- +Starke Sprecharbeit trägt den Konflikt überzeugend
- −Vollständig lineare Story kostet der Erzählung jede Eigenmacht und Spielereinfluss
- +Starkes Artdesign, Porträts und Effekte, besonders die Necron-Detailverliebtheit
- +Waffen- und Sounddesign klirrt zufriedenstellend
- −Gummiartige Modelle und Effekt-Wirrwarr stören die Lesbarkeit
- −Neuer Soundtrack klingt flach und teils verzerrt, Original-OST muss separat gekauft werden
- −Performance-Probleme (30 bis 40 fps auf High-End-Hardware) ziehen das Spiel spürbar runter
- −Soft-Locks durch überschriebene Autosaves unterbrechen das Spielerlebnis
- −Verstümmelte Tooltips beeinträchtigen die Bedienbarkeit
Wertung