„Die Vorlage bleibt schärfer als ihre tausend Kopien“
Das Spiel
Slay the Spire ist ein Deck-Building-Roguelike, in dem du dich mit einer schrittweise erweiterten Kartenstaffel durch drei Akte kämpfst. In jedem Run wählst du an Kreuzungen eine von drei Routen, triffst auf Gegner, besiegst sie durch Kartenspiel-Kämpfe und sammelst Karten, Relikte und Statuseffekte, um dein Deck zu stärken. Die Kämpfe spielen sich rundenbasiert ab: Du spielst Karten aus deiner Hand aus, generierst Ressourcen und gibst ihnen Priorität gegen rotierenden Gegnerdruck, bis eine Seite besiegt ist.
Fazit
Slay the Spire nimmt dir Schlaf, Pünktlichkeit und gelegentlich deine Würde, und du bedankst dich dafür. Mega Crit hat die Blaupause für das gesamte Roguelike-Deckbuilder-Genre geschrieben, und nach über sechs Jahren hält die Balance jedem Nachahmer stand. Wer Synergien und das ständige Abwägen von Karten, Relikten und Pfaden liebt, findet hier eines der besten Einzelspieler-Strategiespiele überhaupt.
Gefällt dir, wenn …
- +du das ständige Abwägen von Karten, Relikten und Pfaden liebst
- +du Spaß daran hast, Builds selbst herauszufinden statt Wikis zu wälzen
- +du vier Klassen mit eigenen Archetypen über hunderte Stunden ausreizen willst
Nichts für dich, wenn …
- −du eine textlich erzählte Geschichte brauchst
- −dich der Zufall, das einen guten Run beendet, frustriert
- −dich ein zweckmäßiger Pixel-Stil vom Spiel fernhält
Wertung
- +Rundenbasierte Kämpfe zwingen zu konstanten Prioritäts-Entscheidungen zwischen Ressourcengenerierung und Gegnerdruck
- +Aus simplen Regeln entstehen brutal tiefe Entscheidungen, jede Kartenwahl zählt
- −Zufall kann gut aufgebaute Runs aus dem Nichts beenden
- +Energie, Kartenhand und Reliktsynergien bilden ein Geflecht aus Entscheidungen, das selbst nach hunderten Stunden noch neue Builds freilegt
- +Vier Klassen mit völlig eigenen Archetypen, randomisierte Pfade und ständig neue Kartenkombinationen sorgen für enorm hohen Wiederspielwert
- +Verhältnis von Kosten zu Spielzeit ist nahezu unanständig gut
- −Wer den Spaß am Selbst-Herausfinden nicht teilt, landet schnell bei Wikis und Spreadsheets
- +Das exzentrische Bestiarium und Theming lassen die Welt ohne textliche Erzählung lebendig werden
- +Farbenfroh illustrierte Gegner trotz Pixel-Artstyle
- −Der zweckmäßige Pixel-Stil polarisiert und hat schon Spieler vom Kauf abgehalten
- −Der Soundtrack passt zur Atmosphäre, tritt aber nach einigen Stunden deutlich in den Hintergrund
- +Das Balancing über Jahre verfeinert fühlt sich an, als wäre kaum eine Karte oder ein Relikt überflüssig
- +Technisch läuft das Spiel auch auf schwacher Hardware
Wertung