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Fogpiercer

Fogpiercer

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„Von der Klippe stoßen zählt mehr als jede Kartensynergie“

Das Spiel

Fogpiercer ist ein Sci-Fi-Roguelike-Deckbuilder, in dessen Zentrum ein Zug durch feindseligen Nebel kriecht. Seine Waggons sind zugleich dein Arsenal: jeder ein Waffen- oder Werkzeug-Waggon, vom Kran, der Gegner anhebt, über Artillerie, Maschinengewehr und Schild bis zu Harpune und Schwert. Gekämpft wird auf einem Raster, auf dem sich dein Zug nur vor und zurück bewegt, während Gegner in alle vier Richtungen ziehen. Der Sieg hängt deshalb an Positionierung, an Rückstoß (der Skid-Mechanik) und daran, mit Klippen und Umgebungsgefahren Kettenreaktionen auszulösen. Ein Run folgt einer Roguelite-Struktur mit drei Bossen über immer höhere Nebelstufen; Fahrer und Schaffner schaltest du nach und nach frei, und auf höheren Schwierigkeitsgraden lässt sich nur eine begrenzte Zahl an Zügen zurücknehmen. Der Puzzle-Kampf lädt offen zum Vergleich mit Into the Breach ein.

Fazit

Das, was Fogpiercer am meisten am Herzen liegt, gelingt ihm: das Raster lesen, einen Skid ansetzen und den Boss von der Klippe kippen sehen. Das fühlt sich jedes Mal klug an. Die Präsentation stützt das, vom Trümmersound bis zum an den Fahrer gekoppelten Soundtrack. Ausgebremst wird es von der Deckbuilder-Hälfte, in der die Karten kaum miteinander reden, dazu eine Schwierigkeitskurve, die ohne rettende Zugrücknahme ins Unfaire kippen kann. Unterm Strich ein selbstbewusster, gut gebauter Taktik-Puzzler, den man dem Into-the-Breach-Publikum leichter empfiehlt als jedem, der synergiegetriebene Runs sucht.

Gefällt dir, wenn …

  • +du jeden Kampf eher als zu lösendes Spielbrett siehst denn als Gefecht, das es zu gewinnen gilt
  • +du lieber Umgebungskills einfädelst, als Kartensynergien zu stapeln
  • +es dir nichts ausmacht, Freischaltungen zu grinden, bevor die guten Optionen aufgehen

Nichts für dich, wenn …

  • du Deck-Synergie und Kartenkombos im Herzen deines Deckbuilders erwartest
  • dich plötzliche Schwierigkeitssprünge frustrieren, bei denen ein schlechter Zug nicht mehr aufzufangen ist
  • du überwiegend auf dem Steam Deck spielst

Wertung

Gameplay
  • +Rückstoß und Umgebungskills prägen die gesamte Spielschleife. Einen Boss mit dem Kran von der Klippe zu schubsen fühlt sich verdient an, nicht billig.
  • +Die Planung über mehrere Züge hinweg rund um die Skid-Mechanik verwandelt jeden Kampf in ein lösbares Rätsel statt in ein bloßes Zahlengeschacher.
  • +Kettenreaktionen zahlen sich spürbar aus, und die Idee vom Waggon als Waffe erschließt sich sofort.
  • Der Sprung von zwei auf sechs Gegner innerhalb von sechs Zügen kommt ohne jede Steigerung, und manche Spitzen lassen kein Gegenspiel zu.
  • Dass der Zug nur vor und zurück fährt, während Gegner frei umherziehen, spaltet die Spieler: Ist diese Asymmetrie fair oder einfach nur gnadenlos?
  • Weil der Zug wenig HP hat, kann ein einziger falsch eingeschätzter Zug einen Run sofort beenden.
Spieltiefe
  • +Waggon-Kombinationen eröffnen echte taktische Vielfalt, und die freigeschalteten Fahrer und Schaffner verändern, wie ein Run sich spielt.
  • +Wer gern tüftelt, findet durch die meisten Begegnungen mehrere brauchbare Wege.
  • Die Kartensynergien gelten weithin als schwach; mehrere Rezensenten sagen, die Karten greifen kaum ineinander.
  • Die Meta-Progression reibt sich an einem dünnen Fundus früher Freischaltungen, weshalb sich die ersten Runs gleichförmig anfühlen.
  • Hat man die Rätsellogik einmal durchschaut, überraschen manche Runs nicht mehr.
Atmosphäre
  • +Der postapokalyptische Nebel und die Mad-Max-Zugoptik geben den Runs eine klare Identität.
  • Handlung, Figuren und Worldbuilding fehlen praktisch völlig; das Thema ist Beiwerk, kein Grund zu spielen.
Präsentation
  • +Der Zerstörungssound und das krachende, berstende Sounddesign treffen mit Wucht.
  • +Der Soundtrack tauscht je nach gewähltem Fahrer die Instrumente aus, ein kleines Detail, das Rezensenten auffiel und gefiel.
  • +Die Art Direction ist sauber und stimmig.
  • Abstürze, Freezes und Navigationsfehler tauchen speziell auf dem Steam Deck auf und schmälern ein ansonsten scharfes Gesamtpaket.
Umsetzung
  • +Die UI ist aufgeräumt, der Einstieg klappt ohne Gängelung, und spielzerstörende Bugs traten nicht auf.
  • +Die Entwickler setzen Balance-Feedback schnell per Patch um.
  • Auf höheren Schwierigkeitsgraden ist die Zugrücknahme gedeckelt, sodass ein einziger verrutschter Zug stehen bleibt.
  • Einen Knopf zum Neustart des Kampfes gibt es nicht; aus einem verkorksten Gefecht kommt man nur heraus, indem man das Spiel schließt.
  • Auf schwächerer Hardware ruckelt die Performance.
76 / 100
Atlas-
Wertung
Steam
87.5%
positiv
Entwickler
Mad Cookies Studio
Erschienen
17 Jul, 2026
Bewertet am
24. Juli 2026
Auf Steam ansehen →