„Waffenbasteln auf Spitzenniveau, doch die KI zielt durch Wände“
Das Spiel
GROUND BRANCH ist ein taktischer First-Person-Shooter im Mil-Sim-Segment, also einer Ecke des Genres, die auf realistische Abläufe statt schnelles Reagieren setzt. Entwickelt von Leuten hinter den ursprünglichen Rainbow-Six- und Ghost-Recon-Teilen, dreht sich alles um langsames Vorrücken, Absprachen im Team und minutiöse Ausrüstungswahl. Man stellt Operator und Waffen bis ins Detail zusammen, plant Zugriffe auf Räume und bekämpft in PvE, PvP und Koop-Modi computergesteuerte oder menschliche Gegner. Nach acht bis zwölf Jahren im Early Access erschien das Spiel 2026 in Version 1.0, deren Kampagne bislang aus einem Prolog von zwei Missionen besteht; der Rest soll nach Release in Etappen folgen.
Fazit
Wer sich für Waffenanpassung und langsames, geplantes Vorrücken begeistert, findet in GROUND BRANCH eine Sandbox mit echtem Kern und Schießgefühl, das viele teurere Shooter blass aussehen lässt. Der Rest des Pakets aber wird dem Anspruch eines 1.0-Titels nicht gerecht: Die Gegner-KI sieht durch Wände und teleportiert, die Kampagne ist ein Prolog aus zwei Missionen ohne Begleit-KI, und die Performance ist zum Release schlechter geworden, während die Installationsgröße explodierte. Nach acht bis zwölf Jahren Entwicklung fühlt sich das eher wie ein weiterer Early-Access-Meilenstein an als wie eine fertige Veröffentlichung. Für Genre-Fans mit Geduld lohnt der Blick, alle anderen warten besser auf die versprochenen Nachlieferungen.
Gefällt dir, wenn …
- +du stundenlang an Loadouts und Ausrüstungsdetails feilst
- +du bedächtige Taktik-Shooter mit Absprache im Team suchst
- +du dir aus einem Baukasten eigene Einsatzszenarien bastelst
Nichts für dich, wenn …
- −du eine fertige, erzählte Kampagne erwartest
- −dich unberechenbare, durch Wände zielende Gegner-KI zur Weißglut treibt
- −du technischen Feinschliff und flüssige Performance zum Release voraussetzt
Wertung
- +Das Schießgefühl trägt jede Feuergefecht-Situation, Rückstoß und Handling wirken durchdacht
- +Bedächtiges Vorgehen wird belohnt, wer stürmt statt plant, stirbt
- −Die Gegner-KI sieht durch Wände, trifft im Dunkeln punktgenau und teleportiert über die Karte
- −Der Schwierigkeitsgrad kippt zwischen hirnlosem Anlaufen und Aimbot-Präzision
- −Bewegung, Kamera und Türmechanik fühlen sich hakelig an
- +Die Waffen- und Operator-Anpassung gehört zum Umfangreichsten im Genre, unzählige Builds und Kits sind möglich
- +PvE, PvP und Koop plus Workshop-Modding öffnen den Sandbox-Charakter
- +Als selbstgebauter Szenario-Baukasten für Gruppen funktioniert es über hunderte Stunden
- −Der Content stagniert seit Jahren, neue Karten, Waffen und Ausrüstung tröpfeln kaum nach
- −Die 1.0-Kampagne ist ein Prolog aus zwei Missionen, der Rest kommt erst nach Release
- +Wer sich eigene Einsätze im Sandbox-Modus ausdenkt, bekommt Freiraum für selbstgebaute Storys
- −Die Kampagne bricht das Kern-Versprechen: kein Begleit-KI-Support, nur zwei Missionen zum Launch
- −KI-generierte Sprachausgabe stößt Langzeitfans sauer auf
- −Story als Live-Service-Rollout nach dem 1.0-Release enttäuscht, wer nach Jahren ein fertiges Spiel erwartet
- +Einzelne Spieler berichten von stabiler Bildrate und ruhigem Lauf auf ihrer Hardware
- −Das Bild bleibt selbst auf Maximum matschig, Zielfernrohre sind seit Jahren extrem unscharf
- −Die Tonmischung ist schwach, Richtungshören unzuverlässig
- −Performance verschlechterte sich zu 1.0 mit Stottern, Framedrops und Abstürzen
- −Die Installationsgröße verdoppelte sich auf rund 100 GB ohne sichtbaren Gegenwert
- +Die Menüs sehen ansprechend aus
- −Das Missionsauswahl-Board glitcht, das Kommandorad versagt, Abstürze kommen zufällig
- −Onboarding ist minimal, die Lernkurve überlässt einen sich selbst
- −Controller-Unterstützung ist unfertig und in der Praxis kaum brauchbar
- −KI-Modelle laufen in Wände, Gliedmaßen ragen durch Geometrie
Wertung