„Charmant und kurzweilig, für Roguelike-Fans zu seicht“
Das Spiel
Garden of Witches ist ein handgezeichnetes Action-Roguelike von Team Tapas. Ihr spielt Sil, eine Hexe, die ihren abtrünnigen Zirkel aufspüren und den Garten wiederherstellen soll. Das erstreckt sich über fünf Story-Kapitel plus Epiloge. Jeder Run führt euch durch isometrische Räume voller Gegner. Ihr verkettet Feuerbälle, Scheren und weitere Zauber gegen angekündigte Angriffe, wobei ein Ausweichschritt mit kurzem Unverwundbarkeitsfenster eure wichtigste Verteidigung bleibt. Vor dem Run wählt ihr einen Build, und die Upgrades zwischen den Räumen heben eher Werte an, statt euren Kampfstil umzukrempeln. Ein schwerer Modus und ein Herausforderungsmodus erweitern den Umfang über die Hauptgeschichte hinaus.
Fazit
Garden of Witches weiß genau, was es ist: liebenswerte Figuren, prachtvolle Handzeichnungen und ein Soundtrack, der jeden Raum trägt, um einen Kampf herum gebaut, der sanft genug für Genre-Neulinge ausfällt. Das Problem steckt im Wort Roguelike auf der Packung. Skills reden nie miteinander, der Feuerball zerschießt die Balance, und die Inhalte versiegen nach wenigen Sitzungen. Wer nach Build-Tiefe sucht, spürt die Wände schnell näherrücken. Nehmt es als warmherziges, illustriertes Actionspiel mit Roguelike-Beiwerk, dann ist es zum Preis leicht zu empfehlen. Erwartet ihr eure nächste Hundert-Stunden-Maschine, zeigen sich die Nähte schon nach einem Nachmittag.
Gefällt dir, wenn …
- +ihr ein kurzes, charmantes Roguelite wollt, das ihr durchspielen könnt, statt hundert Runs abzugrinden
- +euch Artdesign und ein starker Soundtrack in ein Spiel ziehen
- +ihr neu bei Roguelikes seid und einen nachsichtigen Kampf mit klar angekündigten Angriffen wollt
Nichts für dich, wenn …
- −ihr Roguelikes wegen Build-Vielfalt und der Suche nach Synergien spielt
- −eine dominante Waffe, die Kämpfe trivialisiert, euch den Reiz verdirbt
- −Runs, die sich mit wenig Abwechslung wiederholen, euch schnell ermüden
Wertung
- +Das Kampfgeschehen bleibt gut lesbar: Gegnerangriffe kündigen sich deutlich an, und die Unverwundbarkeitsframes des Ausweichschritts lassen das Ausweichen fair wirken.
- +Die vereinfachte Steuerung bietet Roguelike-Neulingen einen sauberen Einstieg.
- +Das Zuschlagen reagiert prompt, und jeder Treffer hat im Kampf spürbare Wucht.
- −Der Feuerball ist so stark, dass er die meisten Begegnungen auf eine einzige dominante Taktik reduziert.
- −Zauber bleiben in ihrer jeweiligen Klassenspur gefangen, statt sich zu kombinieren. So entfachen Builds selten ein Zusammenspiel.
- −Späte Runs setzen auf Werteskalierung statt auf taktische Entscheidungen, und die meisten Durchläufe verlaufen nahezu identisch.
- +Neben den fünf Kapiteln verteilen sich Inhalte auf Epiloge und Herausforderungsmodi.
- +Die feste Skill-Auswahl macht das Spiel übersichtlich, wenn ihr ein Roguelite wollt, das von Run zu Run nachvollziehbar bleibt.
- −Mehrere Spieler berichten, dass sie 80 % der Inhalte schon nach einer Handvoll Runs gesehen haben.
- −Der Upgrade-Pool und die Gegnervielfalt fallen dünn aus, weshalb sich Raumlayouts und Entscheidungen schnell wiederholen.
- −Weil der Zufall aus der Skill-Auswahl verschwindet, fehlt die Varianz, die Roguelikes über Dutzende Runs am Leben hält.
- −Sobald ihr die starken Optionen kennt, werden die Build-Rezepte vorhersehbar.
- +Die Hexen sind mit echtem Charakter gezeichnet, und die Texte sind warmherzig und oft komisch.
- +Die japanische Sprachausgabe passt in den Hauptkapiteln zu den Figuren und hebt die Story-Szenen.
- +Trotz der kurzen Spielzeit treffen die emotionalen Momente.
- −Mit Beginn der Epiloge verschwindet die Sprachausgabe komplett, ein harter Bruch nach Kapitel fünf.
- −Die Handlung bleibt meist geradlinig und vorhersehbar.
- +Artdesign, Charakterdesign und Oberfläche fügen sich zu einem stimmigen, ansprechenden Gesamtbild.
- +Der Soundtrack ragt heraus und trägt durchgehend die Stimmung.
- +Menüs und Informationen bleiben auch im hitzigen Raumgefecht klar und gut lesbar.
- −In manchen Bosskämpfen treten Framerate-Einbrüche und Ruckler auf.
- +Der Einstieg verläuft geschmeidig, und die Steuerung ist schnell verinnerlicht.
- +Für die meisten Spieler läuft es über die gesamte Spielzeit stabil.
- −Tastenbelegungen lassen sich nicht anpassen, was Tastaturspieler wirklich ärgert.
- −Wer einen Run vorzeitig verlässt, verliert den Fortschritt. Ein Ruckler im Bosskampf oder eine Unterbrechung kann so den gesamten Versuch kosten.
- −Neben den Performance-Einbrüchen in Bosskämpfen gibt es vereinzelte Fehlermeldungen.
Wertung