„Zug-Roguelite mit starkem Koop, doch Solo droht die Reparatur-Spirale“
Das Spiel
Apocalypse Express ist ein Action-Roguelike, in dem man einen gepanzerten Zug durch eine Endzeit-Ödnis im Mad-Max-Look steuert. Gegnerwellen rollen heran, während man gleichzeitig Autokanonen und Raketenwerfer bedient, Kohle nachlegt, beschädigte Module repariert und zwischen den Abschnitten mit Schrott neue Aufbauten kauft. Zwischen den Läufen schaltet eine Meta-Progression dauerhafte Vorteile frei. Optional lässt sich das alles im lokalen Koop stemmen, sodass sich mehrere Spieler die Aufgaben an Bord aufteilen. Der Titel steckt zum Test im Early Access.
Fazit
Apocalypse Express macht aus Wellenabwehr und Ressourcenpflege ein hektisches Bordmanagement, das im lokalen Koop am besten funktioniert, weil sich dort die Arbeit teilt. Solo kippt die gleiche Idee schnell in Überforderung, und die Bosse verschärfen das noch, wenn man nur noch reparierend statt kämpfend durch den Zug rennt. Dazu kommt ein Balancing, das gute und nutzlose Upgrades zu nah beieinander stapelt. Für 7,49 Euro im Early Access ist das trotzdem ein eigenständiges, stimmig vertontes Roguelite mit Luft nach oben, das seine Kanten noch abschleifen sollte.
Gefällt dir, wenn …
- +du gerne mehrere Bordaufgaben gleichzeitig unter Zeitdruck jonglierst
- +du auf der Couch im lokalen Koop Rollen verteilst
- +dich ein Mad-Max-Pixellook mit treibendem Soundtrack anspricht
Nichts für dich, wenn …
- −dich unfaire Runs durch schlechte Upgrade-Draws frustrieren
- −du im Solospiel überschaubare statt überfordernde Hektik willst
- −dir frei belegbare Tasten und aufgeräumte Menüs wichtig sind
Wertung
- +Das Jonglieren zwischen Schießen, Reparieren und Kohle nachlegen erzeugt ein hektisches Bordgefühl, das viele als packend beschreiben
- +Waffen wie Autokanonen, Raketen und Needler geben dem Kampf spürbares Feedback
- +Im lokalen Koop verteilt sich die Bordarbeit sinnvoll und entlastet das Multitasking
- −Solo kippt das Multitasking bei vielen ins Überforderte, statt anspruchsvoll zu bleiben
- −Bosskämpfe erzwingen oft eine Todesspirale: Module gehen kaputt, man rennt nur noch reparierend im Kreis und kommt nicht mehr zum Schießen
- −Der Koop-Modus wirkt gegenüber dem Solospiel dünn umgesetzt
- +Viele Module und Upgrades laden zum Ausprobieren unterschiedlicher Builds ein
- +Synergien zwischen Aufbauten belohnen, wer die Kombinationen durchschaut
- +Meta-Progression zwischen den Läufen gibt langfristige Ziele
- −Das Balancing ist schief: Einige Items sind quasi Pflicht, andere praktisch nutzlos
- −Ein schlechter Upgrade-Draft kann einen Run beenden, bevor er richtig begonnen hat
- −Nach dem Endgame lässt der Wiederspielreiz spürbar nach
- +Bewusster Verzicht auf aufdringliche Lore-Events hält das Tempo hoch
- +Die Endzeit-Kulisse trägt die Stimmung ganz ohne Textwände
- −Wer eine erzählte Reise erwartet, findet nur ein seltsam wirkendes Ende
- +Der Mad-Max-Stil sitzt stimmig, Sprites und Partikel sind sauber gemacht
- +Der Soundtrack pendelt überzeugend zwischen Wüsten-Ödnis und Action-Druck
- +Sounddesign und Trefferrückmeldung ernten durchweg Lob
- −Schriftarten und schwarze Rahmen erschweren stellenweise die Lesbarkeit
- −Auf dem Bildschirm sammelt sich in hektischen Momenten UI-Gewusel
- +Interaktionen reagieren flüssig, im Normalspiel treten kaum Bugs auf
- +Der Feinschliff ist an den zentralen Bedienelementen spürbar
- −Tastenbelegung lässt sich nicht anpassen, was Linkshänder und Menschen mit Behinderung aussperrt
- −Auswahlzustände in der UI bleiben unklar, das Menüdesign wirkt uneinheitlich
- −Das Betreten von Modulen per Doppeltipp fühlt sich unrund an, einzelne Bugs treffen wichtige Mechaniken
Wertung