„Modernes Tetris trifft Balatro, doch das Deck bleibt flach“
Das Spiel
Stackflow kombiniert klassisches Tetris mit dem Aufbau-Prinzip eines Roguelike-Deckbuilders. Zwischen den Runden wählt man neue Blocktypen und Perks aus, die sich zu Synergien verketten: ein Bienenstock, eine Piratencrew, ein Casino oder eine Bibliothek entstehen so aus dem eigenen Stapel. Statt schneller Line-Clears geht es darum, das Feld gezielt aufzubauen und mit einem großen Vierer-Clear oder ausgelösten Combos den Score-Multiplikator zu bedienen. Vor jedem Bosslevel setzen Debuffs zusätzliche Grenzen. Das Spiel ist im Early Access (v0.13) erschienen.
Fazit
Stackflow löst seine Grundidee ein: Der Tetris-Unterbau ist tadellos umgesetzt, und der Reiz, aus einem Wirrwarr fallender Blöcke ein funktionierendes Casino oder eine Bienenkolonie zu bauen, trägt weit. Wer den Kopf vom reinen Line-Clearing löst und auf Synergien schaltet, bekommt hier ein klug gebautes kleines Roguelike für gut fünf Euro. Zwei Dinge bremsen: Nach ein paar Stunden liegt der Inhalt offen, und einzelne Perk-Kombinationen sind so stark, dass sie den Rest verdrängen. Als Early-Access-Fundament ist das eine klare Empfehlung, das Endprodukt braucht aber noch mehr Blöcke und ein festeres Balancing.
Gefällt dir, wenn …
- +du Tetris magst und offen bist, den Score-Aufbau über schnelle Clears zu stellen
- +du gern Synergie-Decks aus zufälligen Bausteinen zusammenschraubst
- +dir eine klare, stimmige Arcade-Optik mehr bedeutet als grafische Wucht
Nichts für dich, wenn …
- −du puristisches Tetris willst und Perk-Regeln als Störung empfindest
- −dir nach wenigen Stunden schnell die Abwechslung ausgeht
- −dich dominante Meta-Builds stören, die andere Strategien überflüssig machen
Wertung
- +Der Tetris-Kern läuft sauber: SRS, 7-Bag, 180-Grad-Dreh und frei einstellbares Handling
- +Steuerung reagiert präzise und lässt sich weitreichend anpassen
- +Wenn die Synergie-Logik greift, entsteht ein eigener Rhythmus jenseits von reinem Line-Clearing
- −Das Scoring belohnt einen großen Vierer-Clear stärker als sauberes, mehrfaches Räumen und widerspricht dem Tetris-Reflex
- −Wer klassisch Tetris spielen will, empfindet die Perk- und Stückbeschränkungen als Bruch im Spielfluss
- +Blocktypen lassen sich zu sehr unterschiedlichen Decks kombinieren, von Casino über Magie bis zur Band
- +Die Verkettung mehrerer Themen auf einem Feld eröffnet echte Aufbau-Entscheidungen
- −Nach vier bis sechs Stunden wiederholt sich das Angebot, weil Blöcke, Perks und Decks noch überschaubar sind
- −Wenige Kombinationen wie Casino, Last Breath und Chain Reaction dominieren und verengen die sinnvollen Strategien
- −Manche Blöcke fühlen sich in der Wirkung zu ähnlich an
- +Minimalistische Low-Res-Optik und Farbwahl greifen sauber ineinander
- +Sound-Feedback von Blöcken und Score gibt jeder Aktion spürbares Gewicht
- +Die Stimmung erinnert an eine verlassene Arcade-Halle und trägt den Ton konsequent
- −Der Soundtrack startet stark, dreht sich bei längeren Sitzungen aber im Kreis
- +Menüs laufen flüssig, das Onboarding holt Anfänger wie Fortgeschrittene ab
- +Läuft ordentlich auf dem Steam Deck
- −Das Blockinventar ist während einer Runde nicht sichtbar, der Reroll-Button springt in der Position
- −Vereinzelte Early-Access-Bugs, für den Entwicklungsstand aber verkraftbar
Wertung