„Große Karte, kleiner Mehrwert“
Das Spiel
OpenFront ist ein Massively-Multiplayer-Echtzeitstrategiespiel, in dem Hunderte Spieler auf einer einzigen großen Karte gegeneinander antreten. Ihr sichert Gebiete, baut eure Wirtschaft mit Fabriken und Städten aus und erforscht Militärtechnologien. In der Endphase dreht sich alles darum, sich mit Verbündeten abzustimmen und Salven aus Atomraketen auf gegnerische Fraktionen zu schicken. Das Spiel setzt auf Makrostrategie statt auf Mikromanagement und wird oft mit browserbasierten .io-Spielen oder einer Echtzeitfassung von Risk verglichen.
Fazit
OpenFront hat einen offensichtlichen Reiz: ein simples, riesiges RTS, in dem sich deine Grenze langsam über die Karte schiebt, bis schließlich Atomraketen fliegen. Die grundlegende Spielschleife funktioniert gut und vermittelt ein befriedigendes Gefühl von Größenordnung. Diese Early-Access-Veröffentlichung auf Steam lässt sich trotzdem nur schwer empfehlen. Sie wirkt weniger wie eine neue Version als wie das kostenlose Browser-Spiel in neuer Verpackung mit Preisschild, dazu kommen eigene Leistungsprobleme und Login-Fehler. Das eigentliche Spiel macht Spaß, aber für etwas zu zahlen, das im Grunde nur eine Seitwärtsbewegung gegenüber einem Gratisprodukt ist, wirkt nicht wie ein gutes Angebot.
Gefällt dir, wenn …
- +Du groß angelegte Strategiespiele mit wenig Mikromanagement wie Risk oder Territorial.io magst.
- +Du eine einfache, motivierende Strategierunde suchst, in die du schnell für ein Match einsteigen kannst.
- +Die Vorstellung reizt dich, dich mit Hunderten anderen Spielern abzustimmen.
Nichts für dich, wenn …
- −Du von einem Bezahlspiel einen deutlichen Fortschritt gegenüber einer kostenlosen Version erwartest.
- −Server-Instabilität und Lag sind für dich in einem Multiplayer-Spiel Ausschlusskriterien.
- −Du tiefe, komplexe RTS-Mechaniken mit vielen Einheiten- und Gebäudetypen bevorzugst.
Wertung
- +Die Spielschleife ist leicht verständlich, belohnt spürbar und motiviert zu einer Partie mehr.
- +Der Schwerpunkt auf Makrostrategie statt kleinteiligem Einheiten-Mikromanagement gibt dem RTS-Tempo einen anderen Charakter.
- +Die Gefechte mit sehr vielen Spielern erzeugen ein Konfliktgefühl, das so nur selten entsteht.
- −Das Spiel kann oberflächlich wirken, weil vieles auf Regler einstellen und Grenzverläufe beobachten hinausläuft.
- −Berichte über Cheater und Bot-Nutzer können die strategische Ebene untergraben.
- +Der Einstieg gelingt leicht, zugleich liegt die Messlatte für Diplomatie und groß angelegte Strategie deutlich höher.
- −Den Grundmechaniken fehlt es an Vielfalt, weil nur wenige Gebäudetypen und Einheitenarten vorhanden sind.
- −Nach mehreren Partien wirkt die strategische Ebene mitunter recht dünn.
- +Die Steam-Version kann gegenüber dem ursprünglichen Browser-Spiel merkliche Leistungsverbesserungen bieten.
- +Auf geeigneter Hardware läuft das Spiel im Allgemeinen flüssig, auch in höheren Auflösungen.
- −Für manche Spieler gibt es erhebliche Technikprobleme, darunter dauerhaft niedrige Bildraten und anhaltender Lag.
- −Der minimalistische 2D-Stil erfüllt seinen Zweck, entwickelt aber kaum ein eigenes Profil.
- +Die Steam-Veröffentlichung bringt einige gestraffte Funktionen mit und ist an das Steam-Ökosystem angebunden.
- −Gegenüber der kostenlosen Browserversion bietet das Spiel nur sehr wenig zusätzliche Inhalte oder Funktionen, wodurch der Preis kaum gerechtfertigt wirkt.
- −Probleme beim Login und instabile Server setzen dem Spiel zu.
- −Die Qualität einzelner UI-Elemente wurde kritisiert; manche wirken, als seien sie KI-generiert.
Wertung