„Gute Ladenidee, rau umgesetzt“
Das Spiel
Moonlighter 2 erzählt die Geschichte des Händlers weiter, der nebenbei als Abenteurer loszieht. Tagsüber führt ihr euren Laden, legt Preise fest und präsentiert die Waren, nachts steigt ihr in prozedural erzeugte 3D-Dungeons hinab. Diese Spielschleife dreht sich weiter darum, in gefährlichen Dimensionen Beute zu sammeln und im Geschäft zu verkaufen, um mit dem Gewinn eure Ausrüstung für tiefere und riskantere Runs aufzurüsten. Statt der 2D-Perspektive des Originals setzt die Fortsetzung nun auf eine isometrische 3D-Ansicht und ein Kampfsystem mit Segen und Flüchen, das an moderne Action-Roguelikes erinnert.
Fazit
In Moonlighter 2 steckt ein richtig gutes Spiel, das nur schwer zum Vorschein kommt. Die Laden-Schleife ist tiefer und lohnender denn je, und der Wechsel zu 3D-Gefechten sorgt für schnellere Begegnungen, die stark von Segen geprägt sind. Diese Stärken werden jedoch ständig durch fehlenden Feinschliff untergraben. Regelmäßige Abstürze können einen guten Run zunichtemachen, die Steuerung ist widerspenstig, und Ruckler reißen den Fluss aus den Kämpfen. Das Abenteuer aus Handel und Risiko hat klar seinen Reiz, aber nur, wenn ihr genug Geduld mitbringt, um ebenso oft gegen das Spiel wie gegen seine Gegner anzutreten.
Gefällt dir, wenn …
- +ihr gern in Dungeons Beute einsammelt, um sie im eigenen Laden zu verkaufen.
- +euch das erste Moonlighter gefallen hat, ihr euch aber mehr Tiefe im Laden und beim Meta-Fortschritt gewünscht habt.
- +euch Hades-artige Kämpfe mit einer Management-Sim-Ebene ansprechen.
Nichts für dich, wenn …
- −technische Instabilität und häufige Abstürze für euch Ausschlusskriterien sind.
- −ihr die 2D-Pixelgrafik und das langsamere, überlegtere Kampftempo des Originals bevorzugt habt.
- −hakelige Maus-und-Tastatur-Steuerung oder schwaches Auto-Targeting euch in Actionspielen schnell frustrieren.
Wertung
- +Der Ladenpart ist ausgereifter als zuvor: Das Inventarsystem ist besser, und ohne Timer lässt sich bewusster verkaufen und kalkulieren.
- +Die Kämpfe sind schneller und flüssiger, sofern ihr den Stil moderner Action-Roguelikes mögt.
- +Die Spielschleife aus Dungeon-Touren für den späteren Verkauf der Beute motiviert nach wie vor.
- −Für manche wirkt der Wechsel zu einem Hades-ähnlichen Kampfsystem wie eine ungelenke Kopie ohne eigene Identität.
- −Im isometrischen 3D-Raum lassen sich Angriffsmuster der Gegner teils schwer lesen.
- −Der grundlegende Umbau gegenüber dem 2D-Original stößt einen Teil der alten Fangemeinde vor den Kopf.
- +Der Meta-Fortschritt ist eng mit dem Ladenkreislauf verzahnt, wodurch sich Upgrades verdient und sinnvoll anfühlen.
- +Das Inventar-Mini-Spiel belohnt sorgfältige Planung mit Kettenreaktionen, die den Wert eurer Beute vervielfachen.
- +Eine gute Auswahl an Waffen und Segen eröffnet zwischen den Runs vielfältige Builds.
- −Einige Ladenmechaniken sind zwar verbessert worden, können über einen langen Spieldurchgang aber repetitiv wirken.
- +Die Welt und ihre Figuren werden aus dem ersten Teil weitergeführt, was Rückkehrer mit vertrauter Lore belohnt.
- −Die Hauptgeschichte entfaltet kaum Wirkung und bleibt oft nur schwer im Gedächtnis.
- −Tutorials und Figurenexposition fühlen sich eher nach Pflichtprogramm an als nach einem packenden Erzähleinstieg.
- +Viele halten den neuen 3D-Look für stilvoll und schön und ziehen dabei positive Vergleiche zu Spielen wie Bastion.
- +Der Soundtrack ist charmant und stimmig komponiert.
- −Die Abkehr von der Pixelgrafik des Originals ist ein großer Streitpunkt, und viele empfinden den neuen Stil als generisch.
- −Häufige Framedrops und lange Ladezeiten belasten das Erlebnis sowohl auf PC als auch auf Steam Deck.
- −Im Kampf versinkt das Bild mitunter im Effektchaos, was die Lesbarkeit verschlechtert.
- +Die Grundidee, Laden und Dungeon grundsätzlich zu verbinden, ist stark konzipiert.
- −Bugs, die das Spiel abstürzen lassen und den Fortschritt eines Runs löschen, sind ein häufiges und gravierendes Problem.
- −Die Maus-und-Tastatur-Steuerung ist schwach umgesetzt; unzuverlässiges Zielen frustriert vor allem, wenn Präzision gefragt ist.
- −Die Benutzeroberfläche hat Nutzbarkeitsprobleme, darunter Menü-Bugs mit bestimmten Controllern.
- −Insgesamt fehlt es dem Spiel an Feinschliff, sodass es eher wie ein Early-Access-Build als wie eine fertige Veröffentlichung wirkt.
Wertung