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GRAIN ROT

GRAIN ROT

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„Die Basis wächst mit jedem Abstieg, solo aber kaum spielbar“

Das Spiel

Grain Rot ist ein Koop-Extraction-Spiel aus der Ego-Perspektive mit einem Horror-Anstrich, ausgelegt für bis zu vier Spieler. Mit dem Fahrstuhl fahrt ihr hinab in prozedural erzeugte Ruinen, reißt Möbel von den Wänden, schnappt euch Schrott und Gold und hetzt zurück zum Extraction-Lift, bevor euch die Verderbten überrennen. Was ihr herausschafft, finanziert dauerhafte Verbesserungen am gemeinsamen Außenposten: Gebaute Möbel in euren Räumen verleihen Boni wie mehr Ausdauer, mehr Leben oder höhere Kritchance für den nächsten Abstieg. Die charakteristische Idee ist der Funke, eine Body-Swap-Mechanik, mit der ihr in eine andere Gestalt springt. Anders als in den Roguelike-Extraction-Vorbildern setzt sich euer Basisfortschritt zwischen den Runs fort, statt zurückgesetzt zu werden.

Fazit

Grain Rot nimmt die Idee des Extraction-Looters und gibt ihr einen festen Ankerpunkt: eine Basis, die wächst, statt sich zurückzusetzen. Jeder Möbel-Bonus, den ihr baut, verschiebt so den nächsten Abstieg zu euren Gunsten. Mit voller Truppe ist der geforderte Preis wirklich gerechtfertigt, und Grafik wie Gegner-Sound übertreffen die Neun-Euro-Klasse. Die Probleme sind allerdings real. Der dritte Stock ist weiterhin gesperrt, Solo-Runs sind ohne Matchmaking brutal, und die Baubugs auf Client-Seite samt zurückgesetzter Einstellungen stören immer wieder. Steigt für den Koop und das Versprechen ein, nicht für ein Spiel, das dieses Versprechen schon eingelöst hätte.

Gefällt dir, wenn …

  • +Ihr habt eine feste Gruppe aus drei oder vier Leuten und wollt eine Plünder-Schleife, die zwischen den Runs etwas zurücklässt.
  • +Euch macht das Einrichten und Aufrüsten einer Heimatbasis genauso viel Spaß wie die Gefahr, die das finanziert.
  • +Es macht euch nichts aus, günstig in ein unfertiges Spiel einzusteigen und mit ihm zu wachsen.

Nichts für dich, wenn …

  • Ihr spielt überwiegend allein oder verlasst euch auf Matchmaking, um eine Truppe zu finden.
  • Ihr wollt einen fertigen Fortschrittspfad statt eines gesperrten Stockwerks und einer Obergrenze bei fünf bis fünfzehn Stunden.
  • Fehlgeschlagenes Bauen auf Client-Seite und Einstellungen, die sich nicht speichern lassen, verderben euch die ganze Sache.

Wertung

Gameplay
  • +Absteigen, plündern, ausrücken, umbauen: Diese Schleife zahlt sich Run für Run aus, weil die Boni des Außenpostens den nächsten Abstieg spürbar erleichtern.
  • +Möbel aus den Ruinen zu reißen, um an Schrott zu kommen, gibt dem Plündern einen handfesten, gierigen Reiz.
  • +In Runs zu viert wird ein ungünstiger Gegner-Spawn zum hektischen Gerangel, an das sich alle erinnern.
  • Allein zu spielen ist so hart, dass es unausgewogen wirkt, und es gibt kein Matchmaking, das die Lücke füllt.
  • Haben die Verderbten euch erst einmal beim Plündern gehört, verfolgen sie euch gnadenlos, und ihr könnt kaum etwas tun, um sie abzuschütteln.
  • Der Funke als Body-Swap ist eine starke Idee, bleibt aber halbgar, mehr Spielerei als Werkzeug.
Spieltiefe
  • +Dauerhafte Raum-Upgrades, zwei Währungen und eine Questreihe geben dem Grind ein Rückgrat, das der Konkurrenz mit ihrem Komplett-Reset fehlt.
  • +Waffenhaltbarkeit und das System aus Boni pro Möbelstück belohnen es, wenn ihr plant, welche Räume ihr zuerst baut.
  • Der dritte Stock ist gesperrt, deshalb läuft der vorgesehene Fortschritt ins Leere und die Bereiche dahinter liegen ungenutzt brach.
  • Die meisten Spieler stoßen nach fünf bis fünfzehn Stunden an die Obergrenze, und dann bleibt kaum mehr als das Einrichten.
  • Boss-Spawns sind unbeständig, deshalb greifen die vorhandenen Endgame-Anreize nicht zuverlässig.
Atmosphäre
  • +Figuren wie Biggie und Murch haben echte Persönlichkeit und verankern das Setting des verfluchten Ödlands.
  • +Die Atmosphäre rund um die brennenden Ruinen erzählt mehr als das eigentliche Skript.
  • Die Questtexte erklären wenig, und eine echte Handlung, die die Runs zusammenhält, fehlt.
  • Nach der Demo neu besetzte Stimmen sorgten für Beschwerden, dass der neue Biggie und Murch nicht passen.
Präsentation
  • +Die Art Direction ist stimmig und eigenständig, weit über dem, was neun Euro sonst bieten.
  • +Das Sounddesign der Gegner verleiht den Verderbten Abwechslung und vermittelt die Angst, gejagt zu werden.
  • Üppig dekorierte Räume führen zu Framedrops.
  • Texturen verschwinden mitten im Run, und beim Abstieg landen Spieler durch einen Glitch oben im Fahrstuhl.
Umsetzung
  • +Der Koop verbindet sich reibungslos, und die Ladezeiten bleiben kurz.
  • +Insgesamt wirkt das Ganze hochwertiger, als es der Preis vermuten lässt.
  • Als Client scheitert das Bauen häufig, und es gibt keine Platzierungsvorschau, um das zu umgehen.
  • Steuerungsbelegung und Mikrofoneinstellungen setzen sich bei jedem Neustart zurück.
  • Feindselige NPCs zerstören die sorgfältig platzierten Möbel, während ihr unten in der Tiefe seid.
72 / 100
Atlas-
Wertung
Steam
88.6%
positiv
Entwickler
Beck & Branch Games
Erschienen
7 Aug, 2026
Bewertet am
10. August 2026
Auf Steam ansehen →