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Endacopia

Endacopia

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„Außen süße Kindersoftware, innen echtes Unbehagen“

Das Spiel

Endacopia ist ein Point-and-Click-Rätseladventure im Gewand einer Kinder-Lernsoftware aus der Mitte der Neunziger: knallige Pixelgrafik, freundliche Figuren, und darunter etwas Verdorbenes. Ihr erkundet einen surrealen Jahrmarkt und dessen Umgebung, klickt Objekte an, um sie einzusammeln und zu kombinieren, und löst Rätsel rund um Minispiele wie Angeln, eine Ball-Herausforderung und einen Metalldetektor. Der Clown Kaufmo, der Trapezkünstler und weitere Figuren bevölkern eine Welt, die zwischen Verspieltheit und echtem Horror schwankt. Mehrere Enden und eine Fülle versteckter Interaktionen belohnen wiederholtes Durchspielen. Dies ist Kapitel 1 eines per Kickstarter finanzierten Projekts.

Fazit

Endacopia weiß genau, was es nachahmt und was es mit dieser Erinnerung anstellen will. Das Ergebnis ist eines der eigenwilligsten Point-and-Click-Adventures seit Langem. Grafik und Musik stehen im Vordergrund, doch auch die Rätsel halten stand, und die verborgenen Schichten belohnen einen zweiten und dritten Durchgang mehr als die meisten Spiele des Genres. Das schwache Hinweissystem lässt euch in den falschen Momenten im Ungewissen, und einige Spieler laufen in einen spielentscheidenden Bug oder einen Cursor, der sich querstellt. Für die meisten aber ist dies ein kleiner Jahrmarkt, in dem man sich gern verirrt, Cliffhanger-Kapitel hin oder her.

Gefällt dir, wenn …

  • +Ihr seid mit Pajama Sam aufgewachsen und wollt dieses Gefühl ins Unheimliche gedreht bekommen.
  • +Ihr spielt Adventures noch einmal durch, um Geheimnissen und alternativen Enden nachzujagen.
  • +Ihr mögt Rätsel, die zum Nachdenken zwingen, lieber als solche, die euch an die Hand nehmen.

Nichts für dich, wenn …

  • Ihr wollt ein reines Horrorspiel statt Verspieltheit mit einem Einschlag Grauen.
  • Es frustriert euch, ohne klaren Hinweis festzuhängen.
  • Ihr wartet lieber auf die vollständige Geschichte, als Kapitel 1 zu kaufen.

Wertung

Gameplay
  • +Die Schleife aus Anklicken und Kombinieren zündet selbst bei Spielern, die mit dem Genre sonst nichts anfangen können.
  • +Minispiele wie die Angel-Herausforderung und der Metalldetektor lockern das Erkunden auf, statt es zu strecken.
  • +Die Rätsel treffen ein faires Mittelmaß: selten offensichtlich, selten auf eine Online-Lösung angewiesen.
  • Manche Aufgaben bauen auf abwegiger Logik, bei der man eher herumsucht als nachdenkt.
  • Zwischen den Rätseln kann die Leerlaufzeit in ziellosem Umherwandern versanden, wenn eine Lösung partout nicht einleuchten will.
Spieltiefe
  • +Ein zweiter Durchgang öffnet lose Fäden, die der erste verbirgt, und die Enden unterscheiden sich deutlich.
  • +Versteckte Interaktionen und fiese kleine Winkel tauchen noch nach Dutzenden Durchläufen auf.
  • +Reichlich Geheimnisse und Erfolge dehnen die Spielzeit weit über eine einzige Sitzung hinaus.
  • Als Kapitel 1 endet der rote Faden früher, als mancher Spieler erwartet.
Atmosphäre
  • +Trifft genau jenes Grauen, das einen als unbeaufsichtigtes Kind überfällt, sobald man auf etwas Verstörendes stößt.
  • +Die Horrormomente sind so gesetzt, dass sie einen zwischen verspielten Passagen unvorbereitet erwischen.
  • +Kaufmo, der Trapezkünstler und die übrigen Figuren bleiben allein durch ihr Design im Gedächtnis.
  • Der Ton neigt mehr zur Schrulligkeit als zum Schrecken, was jeden enttäuscht, der nur wegen der Schockmomente hier ist.
Präsentation
  • +Die Nachahmung der Lernsoftware sitzt exakt: an der Oberfläche nostalgisch, darunter leise verkehrt.
  • +Der Soundtrack leistet echte Arbeit beim Aufbau der Stimmung und wird immer wieder eigens hervorgehoben.
  • +Läuft auf bescheidener Hardware flüssig und mit kaum sichtbaren Grafikfehlern.
Umsetzung
  • +Die meisten Spieler berichten von einem sauberen, fehlerfreien Durchlauf mit sinnvoller Bedienoberfläche und Einführung.
  • Vereinzelt treten fatale Fehler auf, darunter eine Zwischensequenz, die sich nach dem Kampf gegen den Trapezkünstler in einer Schleife verhakt, sowie der Verlust des Inventars.
  • Die Cursor-Empfindlichkeit kann auf manchen Systemen völlig blockieren, so stark, dass Spielen unmöglich wird.
  • Der eingebaute Hinweis (der „Tipp“) liefert oft nichts und drängt festhängende Spieler zu Komplettlösungen.
86 / 100
Atlas-
Wertung
Steam
98.1%
positiv
Entwickler
Andyland
Erschienen
27 Jul, 2026
Bewertet am
28. Juli 2026
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