„Zaubern per Zuruf zündet in der Gruppe, allein und technisch wackelt es“
Das Spiel
Cursed Companions ist ein Online-Koop-Dungeoncrawler, in dem die eigene Stimme die Waffe ist. Über ein Mikrofon spricht man Zauberformeln aus, um Monster zu bekämpfen, Türen zu öffnen oder Mitspieler zu heilen. Der Haken: Jeder bekommt verbotene Wörter zugeteilt, und wer sie ausspricht, tötet seine Freunde. Neben dem kooperativen Modus für bis zu acht Spieler gibt es einen Verräter-Modus für bis zu 16 Teilnehmer, der Elemente sozialer Deduktion einbaut. Das Spiel steckt im Early Access und umfasst drei Akte, einen Challenge- und einen Endlos-Modus.
Fazit
Cursed Companions hat eine Idee, die im richtigen Moment glänzt: Wenn eine volle Runde durcheinanderbrüllt und jemand aus Versehen sein verbotenes Wort sagt, entsteht Komik, die kein anderes Koop-Spiel so hinbekommt. Der Preis dafür ist eine Spracherkennung, die zu oft danebenliegt, ein Inhalt, der ohne Freunde rasch dünn wird, und ein Early-Access-Zustand voller Abstürze und Bodenfall-Bugs. Wer eine eingespielte Gruppe hat und über technische Ecken hinwegsieht, findet hier für gut sechs Euro einen ungewöhnlichen Abend. Alle anderen sollten warten, bis mehr Patches die groben Kanten abgeschliffen haben.
Gefällt dir, wenn …
- +du eine feste Truppe für lautes, chaotisches Koop-Gebrüll hast
- +dir eine ungewöhnliche Steuerungsidee wichtiger ist als technischer Feinschliff
- +du Spaß an Verräter-Runden mit vielen Leuten hast
Nichts für dich, wenn …
- −du überwiegend allein oder in kleinen, ruhigen Runden spielst
- −dich Abstürze, Clipping und wechselnde Mikrofoneinstellungen aus dem Konzept bringen
- −du keine unabschaltbaren Kamera-Effekte verträgst
Wertung
- +Die Sprachsteuerung ist ein echter Einfall: Zauber per Zuruf zu wirken erzeugt Situationen, die kein Controller-Layout reproduzieren kann
- +Die verbotenen Wörter verwandeln jede Ansage im Team in ein Minenfeld und sorgen für Momente, in denen ein falscher Satz die halbe Gruppe auslöscht
- +Im Chaos aus verpatzten Formeln und versehentlichem Friendly Fire liegt der eigentliche Reiz, gerade mit einer vollen Lobby
- −Die Spracherkennung reagiert unzuverlässig: Formeln zünden nicht, obwohl das Spiel anzeigt, dass man sie korrekt ausspricht
- −Das System schnappt auch unbeabsichtigte Wörter auf und löst Zauber aus, die niemand wollte
- −Bosskämpfe und Gegner wie die Gift-Aura-Monster sind unsauber ausbalanciert und werden zur Geduldsprobe
- +Drei Akte mit eigenen Bossen, dazu Challenge- und Endlos-Modus geben Vielspielern etwas zum Wiederkommen
- +Der Verräter-Modus für 16 Leute trägt die Idee in Richtung sozialer Deduktion und bringt eine zweite Spielweise
- +Wer in festen Gruppen spielt, berichtet auch nach 20 und mehr Stunden noch von neuen Zusammenspielen
- −Ohne Freunde bricht der Loop schnell zusammen, das Konzept lebt von einer eingespielten Runde
- −Kartenauswahl und Monstertypen wiederholen sich, das Neue nutzt sich für viele nach wenigen Sitzungen ab
- −Ein Teil der Spieler hat nach 15 Minuten das Gefühl, alles gesehen zu haben, echte Progression fehlt ihnen
- +Der absurde Humor und die Interaktion zwischen den Figuren tragen die Stimmung, ganz ohne aufgesetzte Handlung
- +Der Horror bleibt bewusst mild und setzt auf schräge Komik statt auf Schreckmomente
- −Eine erzählerische Struktur oder Weltgeschichte gibt es praktisch nicht, die Kulisse bleibt reine Bühne fürs Chaos
- +Der Soundtrack wird durchweg gelobt und passt zum verspielten Ton
- +Art Direction, Kostüme und Kartenlayouts kommen bei den Spielern gut an
- −Motion Blur und chromatische Aberration lassen sich nicht abschalten und lösen bei einigen Übelkeit aus
- −Eine harte Begrenzung auf 1080p führt bei höheren Auflösungen zu Rucklern
- −Kamera-Clipping und in der Luft spawnende Spieler stören das Bild, bei vollen Lobbys bricht die Performance ein
- +Das Entwicklerteam reagiert schnell auf Probleme und patcht aktiv
- +Einzelne Spieler berichten von Support-Antworten innerhalb weniger Minuten
- −Häufige Abstürze und Verbindungsabbrüche, besonders in 16-Spieler-Lobbys und auf höheren Schwierigkeitsgraden
- −Kollisionsbugs schicken Spieler durch den Boden oder aus dem Level heraus
- −Das Spiel wechselt eigenmächtig das Mikrofon-Eingabegerät
- −Auf Steam Deck und Linux funktioniert der Voicechat nicht, man kann zwar zaubern, aber nicht mit dem Team reden
Wertung