„Programmieren macht Spaß, der Rest steht im Weg“
Das Spiel
Auf einem gefrorenen, trostlosen Planeten kommandierst du eine kleine Gruppe Roboter. Per visueller Blocksprache gibst du Befehle, damit sie Rohstoffe sammeln und Gegenstände herstellen. Ziel ist es, genug Wärme und veredelte Materialien zu erzeugen, um die Umgebung Schritt für Schritt in eine lebenswerte Welt umzuwandeln. Dafür baust und optimierst du Produktionsketten, bis eine autarke Roboterbelegschaft entsteht.
Fazit
In Craftomation 101 steckt ein kluges und befriedigendes Spiel, das von der Freude lebt, einem kleinen Roboter exakt das tun zu lassen, was du geplant hast. Die visuelle Programmiersprache ist zugänglich und kann, wenn alles aufgeht, sehr lohnend sein. Leider ist das Spiel um diesen Kern herum wacklig gebaut. Das lästige Verwalten des Lagerfeuers zwingt dich immer wieder zu Handarbeit, die Leistung bricht ein, sobald deine Fabrik interessant wird, und gravierende Bugs können sorgfältig gebaute Programme zerstören. Die Idee macht Hoffnung, wirkt hier aber eher wie ein überzeugender Prototyp als wie ein fertiges Produkt.
Gefällt dir, wenn …
- +Du visuelle Programmierpuzzles wie in Autonauts oder aus der Lego-Robotik magst.
- +Es für dich schon Belohnung genug ist, eine Produktionskette nach und nach zu optimieren.
Nichts für dich, wenn …
- −Lästiges Mikromanagement wie das ständige Nachlegen am Feuer für dich ein Ausschlusskriterium ist.
- −Du von einer Vollversion eine ausgereifte Benutzeroberfläche und ein bugfreies Erlebnis erwartest.
- −Du Automatisierungsspiele mit tiefen, weit verzweigten Technikbäumen und praktisch unbegrenzter Skalierung bevorzugst.
Wertung
- +Die visuelle Programmierung mit Bausteinen sorgt für echte Aha-Momente beim Lösen ihrer kleinen Logikrätsel.
- +Eine Produktionskette so lange zu optimieren, bis sie selbstständig läuft, fühlt sich im entscheidenden Moment sehr befriedigend an.
- −Das ständige Versorgen des Lagerfeuers mit Brennstoff ist monotone Pflichtarbeit und lenkt vom eigentlichen Automatisieren ab.
- −Oft geht Handarbeit schneller, als erst einen Bot dafür einzurichten. Damit untergräbt das Spiel seine zentrale Idee.
- −Die Herausforderungen des kalten Klimas wirken eher wie lästige Pflicht als wie ein sinnvolles Hindernis.
- +Spätere Programmierbausteine wie Funktionen und Variablen bringen neue Ebenen der Optimierung ins Spiel.
- −Das Erlebnis bleibt flach und kurz. Es gibt zu wenige Ressourcen und Karten und damit auch zu wenige Gründe, noch einmal von vorn zu beginnen.
- −Wichtige Werkzeuge wie Schleifen oder Arrays fehlen. Dadurch wird komplexe Automatisierung mühsamer, als sie sein müsste.
- −Im Vergleich zu ähnlichen Genrevertretern wie Autonauts bietet es weniger Inhalt und weniger Systeme.
- +Das Terraforming einer gefrorenen Welt gibt deinen Aktionen einen klaren, wenn auch schlichten Rahmen.
- −Die Handlung bleibt minimal und dient nur als Ausgangslage, ohne echte Entwicklung oder nennenswerten Weltenbau.
- +Der Grafikstil ist charmant und stimmig, dazu passt ein entspannter Soundtrack, der das bedächtige Tüfteln gut begleitet.
- −Schwere Technikprobleme mit niedrigen Bildraten und Systemabstürzen reißen dich regelmäßig aus dem Spiel.
- −Sobald eine mittlere Zahl an Bots aktiv ist, gerät das Spiel ins Stocken und ruckelt.
- +Die grundlegende Drag-and-drop-Oberfläche fürs Programmieren ist für Einsteiger in das Thema leicht verständlich.
- −Sobald die Abläufe etwas komplexer werden, versinkt der Code-Editor in einem Wirrwarr überlappender Linien, was die Lesbarkeit stark erschwert.
- −Zentrale Programmierfunktionen können kaputtgehen oder nicht gespeichert werden. Für ein Spiel übers Coden ist das ein gravierender Fehler.
- −Die Benutzeroberfläche ist sperrig, versteckt Informationen und macht die Verwaltung von Bots und Lagern zur Pflichtaufgabe.
- −Zahlreiche Bugs beeinträchtigen das Verhalten der Roboter und grundlegende Spielmechaniken.
Wertung