„Kartenladen ja, Vollversion nein“
Das Spiel
„TCG Card Shop Simulator“ ist ein Managementspiel in der Ego-Perspektive, in dem du deinen eigenen Local Game Store führst. Im Alltag bestellst du neue Ware, entscheidest, ob Booster ungeöffnet in den Verkauf gehen oder ob du sie aufreißt und die Einzelkarten anbietest. Du legst deine Preise selbst fest, stellst Personal für die Kasse ein, veranstaltest Events für mehr Kundschaft und baust den Laden Schritt für Schritt vom kleinen Eckgeschäft zum größeren Unternehmen aus.
Fazit
Eigentlich müsste die Fantasie ganz einfach aufgehen: Laden aufmachen, Booster aufreißen, Geld verdienen. Und im Grunde klappt das auch. Seltene Karten zu ziehen, hat genau den richtigen Reiz, und ein Regal sauber zu ordnen, macht erstaunlich viel her. Diese 1.0 ist aber ein Durcheinander. Sie läuft schlechter als noch im Early Access, die Optik wurde sichtbar zurückgestuft, und versprochene Features wie ein ordentliches Kartenspiel fehlen weiterhin. Die engagierte Mod-Szene kaschiert einige Schwächen, repariert das wacklige Fundament aber nicht.
Gefällt dir, wenn …
- +du die einfache Schleife aus günstig einkaufen, teuer verkaufen und steigenden Zahlen zusehen magst.
- +dich die Vorstellung reizt, endlos Booster zu öffnen, ohne dafür echtes Geld auszugeben.
- +du gern Titel mit starker Mod-Unterstützung spielst, bei denen die Community die Inhalte erweitert.
Nichts für dich, wenn …
- −du von einer 1.0 eine saubere Veröffentlichung ohne gravierende Bugs und Leistungsprobleme erwartest.
- −du auf ein tiefes, tatsächlich spielbares Sammelkartenspiel innerhalb der Simulation gehofft hattest.
- −dich repetitive Abläufe schnell langweilen, auch wenn sie anfangs gut funktionieren.
Wertung
- +Die Spielschleife aus Booster öffnen, Karten sortieren und verkaufen ist enorm befriedigend und angenehm entspannt.
- +Das Spiel trifft sehr gut den Reiz des Sammelns aus dem echten Leben, nur ohne die finanzielle Belastung.
- −Sobald die erste Ausbauphase vorbei ist, wiederholt sich das Spielgeschehen deutlich.
- −Das im Spiel enthaltene TCG ist nur eine oberflächliche Nachahmung eines echten Kartenspiels und lässt die meisten zentralen Mechaniken vermissen.
- +Den Laden von einem kleinen Raum zu einem großen Geschäft auszubauen, vermittelt ein klares Fortschrittsgefühl.
- +Die starke Mod-Unterstützung sorgt für deutlich mehr Langzeitmotivation und Abwechslung; von der Community erstellte Kartensets stechen dabei besonders hervor.
- −Dem Hauptspiel fehlen Funktionen, die während des Early Access versprochen wurden; für eine 1.0 wirkt es dadurch flacher als erwartet.
- −Wirklich bedeutsame Management-Entscheidungen gibt es nur wenige, und auch die KI von Kundschaft und Angestellten stellt dich kaum vor Herausforderungen.
- +Das Spiel fängt die nostalgische Stimmung eines echten Kartenladens überzeugend ein.
- +Aus dem Sammeln und dem schrittweisen Ausbau des Geschäfts entsteht eine befriedigende, selbst erzählte Geschichte.
- −Eine vorgegebene Story gibt es nicht, was für das Simulationsgenre allerdings üblich ist.
- +Die Kartenillustrationen und eigenen Designs gefallen und treffen den Geist von TCGs gut.
- −Mit dem 1.0-Update kamen deutliche visuelle Rückschritte, darunter ein unscharfes Bild und entsättigte Farben.
- −Die Leistung ist schwach; selbst auf High-End-Hardware wurden nach der finalen Veröffentlichung massive Einbrüche bei der Bildrate gemeldet.
- −Kantenglättung scheint entfernt worden zu sein, was die Optik rau und unfertig wirken lässt.
- +Das grundlegende Spielprinzip versteht man sofort, und man ist schnell mittendrin.
- −Die Version 1.0 wird von spielzerstörenden Bugs, Hängern und Rucklern geplagt.
- −Das Spiel verbraucht übermäßig viel RAM, was zu Instabilität führt.
- −Die KI der Angestellten ist unzuverlässig und scheitert oft schon an einfachen Aufgaben.
- −Für eine 1.0 wurde der Preis erhöht, obwohl diese Veröffentlichung instabiler wirkt als die Builds aus dem Early Access.
Wertung