„Kuriere verlegen, Läden bauen, entspannen: charmant für zehn Stunden“
Das Spiel
In Go-Go Town! übernimmt man den Posten eines Bürgermeisters, der sein Städtchen buchstäblich vom leeren Grundstück hochzieht. Man legt Straßen und Viertel an, baut Läden, sammelt Rohstoffe durch Angeln, Bergbau und Sammeln und automatisiert nach und nach die Logistik mit Kurieren und Wartungspersonal. NPCs, sogenannte Townies, ziehen ein und geben Aufgaben, während ein Tageszyklus und Jahreszeiten den Rhythmus vorgeben. Man kann solo für volle Kontrolle spielen oder im lokalen wie Online-Koop mit Freunden gemeinsam verwalten. Der Fortschritt läuft über ein Tier-System mit Ego-Punkten und Herausforderungen, die neue Bereiche freischalten.
Fazit
Go-Go Town! vermittelt genau das gemütliche Bürgermeister-Gefühl, das es verspricht, und im Koop entfaltet der Loop aus Bauen und Automatisieren seinen größten Reiz. Der Weg dahin ist aber holpriger als nötig: Das Tutorial lässt einen mit halben Informationen allein, das Korb-Inventar nervt, und wer ambitioniert baut, stößt sowohl an eine früh erreichte Content-Grenze als auch an spürbares Stottern. Wer entspanntes Optimieren sucht und über die Ecken hinwegsieht, bekommt hier viele charmante Stunden. Wer Systemtiefe auf lange Sicht will, ist nach dem letzten Tier-Freischalten schneller durch, als ihm lieb ist.
Gefällt dir, wenn …
- +du gemütliches Aufbauen ohne Zeitdruck einer Zufriedenheit über Highscore-Jagd vorziehst
- +du zu zweit auf der Couch oder online eine Stadt hochziehen willst
- +dich das schrittweise Automatisieren von Produktionsketten reizt
Nichts für dich, wenn …
- −du langfristige strategische Tiefe und knackige Herausforderungen erwartest
- −dich fehlende Tutorial-Hilfen und umständliches Inventar schnell frustrieren
- −du eine große Stadt planst und Performance-Einbrüche für dich ein Ausschlusskriterium sind
Wertung
- +Der Kern-Loop aus Bauen, Sammeln und Automatisieren ist eingängig und lädt zum stetigen Verbessern der eigenen Stadt ein
- +Baumechaniken sind simpel genug, dass Einsteiger sofort loslegen, ohne sich durch Systeme zu quälen
- +Deutlich entspannteres Tempo als hektische Küchen-Koop-Titel, ohne dabei belanglos zu werden
- −Frühe Progression ist künstlich ausgebremst und schaltet Erweiterungen nur zäh frei
- −Das Inventar beschränkt sich auf einen Rucksackkorb, was das Ressourcen-Jonglieren umständlich macht
- −Für erwachsene Spieler kippt der einfache Loop schnell ins Repetitive
- +Breite an Tätigkeiten von Dekoration über Terraforming bis zu Produktionsketten und NPC-Rekrutierung
- +Automatisierung mit Kurieren und Arbeitern greift sauber ineinander und belohnt Optimierer
- +Das Erkunden neuer Gebiete und Mechaniken bietet in den ersten Stunden echten Entdeckungsreiz
- −Content-Grenze ist früh erreicht, manche berichten nach rund sieben Stunden vom Ende der Fortschrittskurve
- −Es fehlt eine langfristige strategische Herausforderung, die über das Freischalten hinaustragen würde
- −Interaktion mit den Townies bleibt oberflächlich und ohne Tiefgang
- +Die absurde Ausgangslage, von Entführern auf ein leeres Grundstück gesetzt zu werden, gibt einen charmanten Rahmen
- +Townies mit kleinen Aufgaben erinnern an Animal-Crossing-Bewohner
- −Erzählung bleibt dünn und spielt für die meisten kaum eine Rolle
- −Einzelne Stimmen vermissen den Charme, den frühere Spiele des Studios hatten, und stören sich an überflüssigen Dialogen
- +Farbenfrohe, warme Art Direction, die den gemütlichen Grundton konsequent trägt
- +Der Soundtrack begleitet das Bauen ruhig und unaufdringlich
- −Bei größeren Städten setzt starkes Stottern ein, die Kamera bleibt teils in einer Richtung hängen
- −Auf dem Steam Deck läuft das Spiel selbst bei niedrigen Einstellungen sehr heiß
- −Vereinzelte Abstürze bei fortgeschrittenem Spielstand
- +Controller werden ohne Gefummel erkannt und funktionieren direkt
- +Ordentliche Koop-Unterstützung inklusive Splitscreen und Remote Play
- −Tutorial und Onboarding lassen wichtige Infos aus, verpasste Hinweise sind nirgends nachschlagbar
- −Die Menüführung wirkt überladen
- −Charaktererstellung versteckt sich hinter Entdeckung, statt zu Beginn offen zu stehen
- −Tastenbelegung lässt sich nicht neu zuordnen, was zu Refunds geführt hat
Wertung