Stellaris
„Galaxis-Sandbox von Weltklasse, von Paradox langsam zerrüttet"
Fazit
Stellaris erzeugt emergente Geschichten, die kaum ein anderes Strategiespiel liefert: jedes Imperium, jede Begegnung am Rand der Galaxis fühlt sich eigen an. Aber Paradox baut die Fundamente alle paar Monate um, verramscht das halbe Spiel als DLC und experimentiert mittlerweile mit generativer KI. Das großartige Spiel steckt immer noch drin, man muss sich nur durch zehn Jahre Ballast graben.
Stärken
- +Erzeugt einzigartige Imperien und Geschichten, jeder Run fühlt sich anders an
- +Enorme Systemtiefe bei Diplomatie, Wirtschaft und Imperiumsbau
- +Customization und Spezies-Design laden zum Wiederspielen ein
Schwächen
- −Endgame kippt regelmäßig in tedious Mikromanagement und unfaire Crisis-/Fallen-Empire-Flotten
- −Reworks im Monatsrhythmus zwingen Veteranen, das Spiel ständig neu zu lernen, und killen Mods
- −Über 100 Euro DLC plus Abo, dazu Performance-Probleme und Multiplayer-Desyncs seit Release
Scores
Die Verzahnung aus Wirtschaft, Diplomatie, Pops und Flotten erzeugt Situationen, die kein Skript vorgibt. Genau hier ist Stellaris stark, auch wenn die jüngsten Pop- und Flotten-Reworks vieles unnötig undurchsichtig gemacht haben.
Hunderte Stunden sind hier die Norm, nicht die Ausnahme, getragen vom 'natürlich gewachsenen' Story-Sog jedes Durchgangs. Das Endgame bremst diesen Sog allerdings spürbar aus, weil Late-Game-Krisen oft in Frust statt Spannung kippen.
Performance bricht bei großen Galaxien ein, Multiplayer desynct seit Jahren, und die UI gehört zu den sperrigsten im Genre. Spaghetti-Code, der seit zehn Jahren mitgeschleppt wird.
Die Stärke liegt nicht in geschriebener Prosa, sondern in den Events und Anomalien, aus denen sich eigene Erzählungen formen. Der jüngste Einsatz generativer KI bei Art und Voices beschädigt aber genau die handgemachte Atmosphäre, die das früher trug.
Der Soundtrack untermalt das Weltraum-Setting solide, fällt aber kaum jemandem positiv oder negativ auf. Kritik gibt es vor allem an KI-generierten Voices.
Die Galaxiekarte sieht ordentlich aus, technisch zeigt sich das Alter aber an Kleinigkeiten. Dass Text in 4K nach zehn Jahren immer noch schlecht skaliert, ist eine Frechheit.
Das Basisspiel ist eine Hülle, der Großteil des Inhalts steckt hinter über 100 Euro DLC oder einem Abo für ein zehn Jahre altes Spiel. Selbst treue Fans nennen es offen Geldmacherei.