„Witziges Zerr-Adventure, dessen QTEs den Rätselspaß stören“
Das Spiel
Crushed in Time ist das neue Point-and-Click-Adventure von Draw Me A Pixel, dem Studio hinter There Is No Game: Wrong Dimension. Diesmal stolpern Sherlock Holmes und Dr. Watson durch einen meta-verspielten Kriminalfall mit Zeitreise-Motiven. Statt nur zu klicken, greift man Objekte und Bildschirmelemente, zieht sie in die Länge und lässt sie wieder los, um Rätsel zu lösen. Über mehrere Kapitel hinweg wechseln sich Knobelaufgaben mit reaktionsbasierten Abschnitten ab, dazu kommen reichlich Witz und Anspielungen auf das Spielemachen selbst.
Fazit
Crushed in Time macht aus der simplen Klick-Geste ein echtes Spielprinzip und überzieht es mit dem Witz, den man von Draw Me A Pixel kennt. Wenn die Dehn-Mechanik mit einem cleveren Rätsel zusammenfindet, ist das großartig, doch zu oft hängt der Fortschritt an einer Lösung, die niemand erraten kann, oder an einem QTE, das im falschen Genre gelandet ist. Kapitel 9 streckt sich, und wer den Vorgänger liebte, vermisst dessen Mut. Trotzdem bleibt ein eigenständiges, herzliches Adventure mit Charakter, das seine Schwächen nicht verstecken muss.
Gefällt dir, wenn …
- +du mit verspieltem Meta-Humor und Anspielungen aufs Spielemachen etwas anfangen kannst
- +du Adventures magst, die mit ungewohnten Interaktionen experimentieren
- +du Geduld für Rätsel hast, die nicht jeden Schritt vorgeben
Nichts für dich, wenn …
- −dich reaktionsbasierte QTE-Einlagen in einem Knobelspiel stören
- −du Rätsel ohne klare innere Logik schnell als willkürlich empfindest
- −du eine Kapitelauswahl und überspringbare Dialoge erwartest
Wertung
- +Das Greifen, Ziehen und Loslassen von Objekten erfindet bekannte Adventure-Interaktionen frisch und beschert immer wieder kleine Aha-Momente
- +Viele Rätsel nutzen die Dehn-Mechanik kreativ, statt sie nur als Klick-Ersatz zu verwenden
- −Etliche Lösungen sind so unintuitiv, dass selbst die Hinweise nicht weiterhelfen und man auf Trial-and-Error zurückfällt
- −QTE- und Zeitabschnitte passen schlecht zum bedächtigen Rätseltempo und verlangen frustrierend genaue Eingaben
- −Manche Aufgaben hängen an millimetergenauer Objektplatzierung ohne erkennbaren Zweck
- +Ordentlicher Umfang mit gemeldeten Spielzeiten zwischen sechs und über zwanzig Stunden
- +Die Rätseltypen wechseln durchgehend und wiederholen sich selten im Aufbau
- −Die Endphase streckt sich, Kapitel 9 mit dem Einsammeln der Watsons ermüdet besonders
- −Recycelte Rätsel in den hinteren Abschnitten zehren am Erfindungsreichtum
- +Der Humor sitzt und trägt durch fast den ganzen Fall
- +Die meta-erzählerischen Seitenhiebe aufs Spielemachen sind clever geschrieben
- +Callbacks zum Vorgänger belohnen Kenner der Reihe
- −Ein Teil der Spieler empfindet die Geschichte als dünner und zahmer als die des Vorgängers
- −Stellenweise gerät das Erzähltempo ins Stocken
- +Handgezeichneter Stil und Charakteranimationen wirken durchweg liebevoll
- +Der Soundtrack stützt die Stimmung sauber
- −Dauergeschwätzige Figuren nerven mit Wiederholungen
- −Die Lautstärke der Sprachausgabe gerät in späteren Kapiteln aus dem Gleichgewicht
- +Menüs und Bedienung laufen unauffällig und sauber
- −Eine Kapitelauswahl wie im Vorgänger fehlt komplett
- −Dialoganimationen lassen sich nicht überspringen
- −Die Hinweisqualität schwankt stark und lässt bei harten Rätseln im Stich
- −Vereinzelte Berichte über Abstürze und einen Soft-Lock in Kapitel 5 zum Launch
Wertung