„Rundentaktik mit Parier-Reflexen und einem OST zum Niederknien“
Das Spiel
Clair Obscur: Expedition 33 ist ein Turn-Based-RPG mit Real-Time-Elementen, das euch in eine von der Belle Époque inspirierte Welt versetzt, wo ihr als Anführer von Expedition 33 die mystische Paintress aufsucht, um sie zu zerstören. Ihr erkundet die Spielwelt, sammelt Partymitglieder und löst rundenbasierte Kämpfe, in denen ihr während eurer Züge gegen die Uhr agiert und defensive sowie offensive Aktionen in Echtzeit timed. Die Feinde sind visuell eigenständig gestaltet und reagieren auf eure Taktiken mit eigenen Manövern.
Fazit
Expedition 33 nimmt klassische JRPG-Rundenkämpfe und verkabelt sie mit Echtzeit-Parade und Ausweichen, sodass jeder gegnerische Angriff zur Geduldsprobe wird. Das Schreiben und die Inszenierung tragen das Spiel weiter, als es seine Systeme allein könnten, auch wenn der dritte Akt und ein paar Komfortlücken den Glanz trüben.
Gefällt dir, wenn …
- +du im Rundenkampf permanent wach bleiben willst statt nur Aktionen zu klicken
- +dir ein emotionaler Einstieg und Themen wie Trauer und Verlust mehr bedeuten als mechanische Tiefe
- +du Gegner-Movesets lernen und auf hohen Schwierigkeitsgraden mit Builds experimentieren willst
Nichts für dich, wenn …
- −du willst, dass die Build-Tiefe relevant bleibt statt durch perfekte Parade entwertet zu werden
- −du nach dem Durchspielen Replayability suchst statt die Geschichte abzuschließen und liegen zu lassen
- −du empfindlich auf Kameraführung reagierst und Motion Sickness fürchtest
Wertung
- +Parade- und Ausweichsystem hält dich auch im Rundenkampf permanent wach
- +Gegner-Movesets zu lernen statt blind Aktionen zu klicken schafft taktische Tiefe
- −Wer perfekt pariert, umgeht Schaden komplett und entwertet die Build-Tiefe
- −Motion Sickness durch die Kameraführung bei empfindlichen Spielern
- +Build-Vielfalt und höhere Schwierigkeitsgrade laden zu Experimenten ein
- +40 Stunden Hauptgeschichte plus reichlich optionaler Inhalt, im dreistelligen Stundenbereich möglich
- −Narrative trägt das Spiel weiter, als es die Systeme allein könnten, was Replayability mindert
- −Viele beenden die Geschichte und kehren nicht mal zum letzten Save zurück
- +Emotionaler Einstieg und Charaktere, die nach 30 Minuten schon sitzen
- +Themen Trauer und Verlust treffen viele Spieler mitten ins Herz
- +Einstieg gehört zum Stärksten, was das Genre zu bieten hat
- −Dritter Akt zersplittert und fällt erzählerisch sowie im Tempo gegenüber dem Start ab
- +Von der Belle Époque inspirierte Welt sieht in jedem Winkel handgemacht aus
- +Soundtrack ist der unangefochtene Star und wird in fast jeder Kritik zuerst genannt
- +Animationen sind geschmeidig, optisch und akustisch makellos
- −Ein paar Charakteranimationen und Gesichtsausdrücke polarisieren
- −Soundprobleme unter Linux
- −Kein Quest-Journal und keine eigenen Kartenmarker, Notizblock empfohlen
- −Komfortlücken trüben den Glanz
Wertung