„Blackjack als Deckbuilder mit vertonten Bossen, die berühren“
Das Spiel
Black Jacket ist ein Roguelike-Deckbuilder, der seinen Kampf auf Blackjack aufbaut: Man spielt Karten aus, versucht möglichst nah an 21 zu kommen und unterbricht dabei mit Suit-Effekten den Zug des Gegners. Acht Decks mit eigenen Farben und Themen bestimmen, ob man auf Verbrennen, Insight oder Kombos setzt. Gespielt wird gegen vertonte Bosse, denen man Soul Coins abnimmt, um sich aus der Hölle freizukaufen. Höhere Schwierigkeitsstufen schalten neue Mechaniken frei, etwa zufälligen Kartentausch in bestimmten Encountern. Zwischen den Runs erzählt das Spiel über die Gegner eine Geschichte rund um Sucht und Erlösung.
Fazit
Der Blackjack-Twist trägt mehr, als die simple Idee vermuten lässt: Sobald ein Deck Form annimmt, wird aus dem Ziehen nahe 21 ein Rechenspiel mit echten Interrupt-Entscheidungen. Stärker noch ist, dass jeder Boss eine vertonte Figur ist und die Erzählung über Sucht tatsächlich Gewicht hat, statt nur Kulisse zu sein. Gegen Black Jacket sprechen die stark zufallsabhängige Frühphase, eine Endphase, die ab den hohen Stufen wenig Neues nachlegt, und Freezes, die ausgerechnet beim Massenverbrennen von Karten zuschlagen. Für 15 Euro ist das ein eigenständiger Deckbuilder mit Substanz, dem ein paar Patches noch fehlen.
Gefällt dir, wenn …
- +du rechenlastige Kartenkämpfe mit Interrupt-Entscheidungen magst
- +dir vertonte Bosse und eine Geschichte über Sucht wichtiger sind als reine Zahlenoptimierung
- +du dich an einer Blackjack-Variante statt klassischem Hand-Deckbuilding versuchen willst
Nichts für dich, wenn …
- −dich Runs nerven, die in der Frühphase über Glück entschieden werden
- −du nach dem Midgame ständig neue Unlocks brauchst
- −dir zufälliger Kartentausch in Boss-Encountern den Plan zerschießt
Wertung
- +Blackjack-Basis mit Suit-Effekten und Interrupts ergibt einen eigenständigen, motivierenden Kampf-Loop
- +Sobald ein Deck reift, wird aus dem Kalkül nahe 21 eine echte taktische Abwägung
- +Mental fordernd, belohnt vorausschauendes Rechnen
- −Frühe Runs hängen stark am Glück und fühlen sich beliebig an
- −Der zufällige Kartentausch bestimmter Bosse wirkt auf viele unfair statt fordernd
- +Acht Decks mit klar unterschiedlichen Farb-Themen und Strategien
- +Schwierigkeitsstufen und Unlocks tragen über mehrere Runs
- −Brauchbare Builds laufen auf wenige optimale Strategien zusammen
- −Ab den hohen Stufen wiederholt sich das Erlebnis, die Endphase legt wenig Neues nach
- −Content wirkt für den Preis im späteren Verlauf dünn
- +Jeder Boss ist eine vertonte Figur, die Geschichte entfaltet sich über die Encounter
- +Themen wie Sucht und Erlösung geben dem Ganzen echtes Gewicht
- +Mehrere Spieler nennen die Story die Überraschung des Spiels
- −Die Erzählung ist relativ kurz und bleibt hinter dem Gameplay-Umfang zurück
- −Einzelne empfinden den Story-Anteil als unfertig oder zu knapp genutzt
- +Dunkler Comic-Stil mit konsistenter Art Direction
- +Dynamischer Soundtrack, der auf emotionale Wendungen reagiert
- +Starke Sprecherleistungen geben den Gegnern Profil
- +Sauberes Trefferfeedback und stimmiges Sounddesign
- −Freezes ausgerechnet beim Massenverbrennen von Karten brechen die Stimmung
- −Abstürze auf dem Steam Deck und UI-Glitches bei einem spürbaren Teil der Spieler
- +Insgesamt erstaunlich rund gebaut mit reaktionsschneller Steuerung und klarer UI
- +Tutorial hilft, ohne zu bevormunden
- −Freezes in Shop und Kartenauswahl unterbrechen Runs
- −Save-Korruption bei bestimmten Encountern kostet Fortschritt
- −Achievement-Tracking zählt Kartenzahlen falsch, Karten lassen sich teils nicht aus der Hand nehmen
Wertung