„Schöner Raumschiff-Baukasten mit zu flachem Maschinenraum“
Das Spiel
Space Haven schickt dich mit einer Gruppe von Zivilisten auf die Suche nach einem neuen Planeten. Du entwirfst Raumschiffe Kachel für Kachel, regulierst Atmosphäre und Luftzirkulation, kümmerst dich um Hunger, Müdigkeit und psychische Belastung deiner Crew und triffst unterwegs auf andere Fraktionen. Das Gameplay wechselt zwischen Architektur-Phasen, in denen du das Schiff konstruierst, und Management-Phasen, in denen du Ressourcen sammelst, Besatzungsmitglieder ihren Rollen zuteilst und auf Begegnungen im All reagierst.
Fazit
Space Haven verkauft sich als RimWorld im Weltraum, liefert aber nur die halbe Tiefe. Der Bau-Editor und der erste Aufbau einer fragilen Crew fesseln dich für 15 bis 20 Stunden, danach merkst du, dass der optimale Schiffsentwurf immer ein partitionierter Würfel ist und der Tech-Tree nach kurzer Zeit nichts Neues mehr hergibt. Ein gutes Spiel mit verschenktem Potenzial.
Gefällt dir, wenn …
- +du Raumschiffe Kachel für Kachel entwirfst und eine fragile Crew durchs All managst
- +dir knappe Ressourcen und emergente kleine Überlebensgeschichten Spaß machen
- +dir die ersten 15 bis 20 Stunden Aufbau reichen und du keine Dauermotivation suchst
Nichts für dich, wenn …
- −du Bau-Optimierung willst, die nicht nach wenigen Versuchen im immer gleichen Würfel endet
- −du einen tiefen Tech-Tree und abwechslungsreiche Missionstypen erwartest
- −du eine ausgebaute Story statt eines reinen Sandbox-Überlebensloops suchst
Wertung
- +Schiffsbau Kachel für Kachel fesselt in den ersten Stunden durch unmittelbare Gestaltungsfreiheit
- +Knappe Ressourcen und fragile Crew erzeugen echte Notlagen und emergente kleine Geschichten
- −Crew-KI verzettelt sich beim Pathfinding und verhungert in Sackgassen
- −Der optimale Schiffsentwurf ist immer der gleiche partitionierte Würfel, Optimierung endet nach wenigen Versuchen
- −Tech-Tree erschöpft sich nach kurzer Zeit, danach gibt es keine neuen Systeme oder Inhalte
- −Schiffsbau ist Selbstzweck: sobald die Maschinen-Verhältnisse stimmen, ist die Gestaltungsaufgabe gelöst
- −Loop aus Erkunden, Salvagen und Umbauen wiederholt sich, Missionstypen und Dekorationsvarianz sind minimal
- +Atmosphäre des langsamen Überlebens mit fragiler Crew funktioniert stimmig
- −Erzählung ist kurz und reißt dich raus, wenn Texte dich als 'player' und das Spiel als 'the game' ansprechen
- −Hauptmission verlangt wenig und ist schnell erfüllt
- +Isometrische Retro-Optik sieht klasse aus
- −Fester Kamerawinkel macht das Platzieren von Objekten manchmal zur Geduldsprobe
- −Weltraum bleibt auffällig still, es fehlen Geräusche, die das Schiff lebendig machen würden
- +Musik wird gelobt
- −Nach sechs Jahren Early Access bleibt vieles eckig und unpoliert
- −Crashes und ein bekannter Hauptquest-Bug, den die Entwickler mit 'start over' abbügeln
Wertung