„Verzahnter Minispiel-Loop mit Charme, gebremst von Freezes und flachen Upgrades“
Das Spiel
Fortune Mill ist ein Incremental-Game, in dem man eine Million Dollar zusammenbekommen muss, um zu entkommen. Man startet mit einem Dartautomaten, schaltet nach und nach fünf Räume mit eigenen Minispielen frei: Rubbellose, ein Pachinko-Zimmer, ein Match-2-Sushi-Spiel und eine Gacha-Ball-Sammelei. Der Kniff liegt in den Verbindungen. Fortschritt in einem Raum verstärkt die Erträge der anderen, sodass frühere Systeme nicht zu totem Ballast werden. Wer das Ziel erreicht, landet in New Game+ und darüber hinaus, mit neuen Shops, Kosmetik und deutlich höheren Preisskalierungen. Das Spiel stammt vom IdleOn-Entwickler Lavaflame2 und nutzt dessen Pixel-Optik.
Fazit
Fortune Mill macht in den ersten Stunden genau das, was ein gutes Incremental-Game ausmacht: Jeder neue Raum verstärkt die alten, und der Sprung vom mühsamen Dartwurf zur automatisierten Geldmühle wirkt verdient. Danach wird die Luft dünner. Die Upgrades reduzieren sich auf Prozentzahlen, die höheren NG+-Stufen strecken die Runs ohne echten Gewinn, und die Sprites stammen fast komplett aus dem Vorgänger. Am schwersten wiegen die Abstürze und Freezes, die manche zum Neustart des Rechners zwingen. Für gut acht Euro bekommt man einen charmanten, kurzweiligen Loop, sollte die technischen Risiken aber einkalkulieren.
Gefällt dir, wenn …
- +du Incremental-Games magst, bei denen Systeme sich gegenseitig hochschaukeln
- +du eine überschaubare Automatisierungs-Spielerei für zwischendurch suchst
- +dich die Pixel-Ästhetik von IdleOn anspricht
Nichts für dich, wenn …
- −du strategische Tiefe statt Prozent-Upgrades und Glücksrollen erwartest
- −dich technische Aussetzer bis hin zum erzwungenen Neustart aus dem Konzept bringen
- −dir exponentiell längere Runs ohne passende Belohnung schnell zu viel werden
Wertung
- +Die fünf Minispiele greifen sauber ineinander, ein besserer Dart-Wurf finanziert den nächsten Pachinko-Durchlauf
- +Das Timing beim Dartwerfen bleibt über Stunden das mechanisch griffigste Element
- +Der Aufstieg vom ersten Rubbellos zur automatisierten Geldmaschine sitzt in den ersten Stunden
- −Späte Räume verlangen so viel manuelles Klicken, dass alles außer den Darts zur Fließbandarbeit wird
- −Die Zufallslastigkeit dominiert Entscheidungen, statt sie zu ergänzen
- −Balancing kippt in den hinteren Räumen, Aufwand und Ertrag driften auseinander
- +New Game+ öffnet neue Shops und Kosmetik und gibt einen echten Grund für einen zweiten Durchlauf
- +8 bis 20 Stunden reichen für einen kompletten ersten Durchlauf, der Umfang passt zum Preis
- −Upgrades sind fast durchweg simple Prozentaufschläge ohne echte Wahl
- −Ab NG+++ explodiert die Preisskalierung, Runs werden nur länger statt lohnender
- −Die 100-Prozent-Jagd trägt vor allem hartgesottene Idle-Fans, die Endphase wirkt unfertig
- +Ein paar Brocken IdleOn-Lore sind für Kenner eingestreut
- −Der angedeutete Story-Rahmen bleibt aufgesetzt und folgenlos
- +Die Pixel-Optik hat Charme und einen angenehm altmodischen Charakter
- +Das Audio-Feedback der Automaten belohnt jeden Wurf und jedes Los hörbar
- −Rund 90 Prozent der Sprites stammen direkt aus IdleOn, echtes neues Artwork fehlt
- −Viele Objekte auf dem Bildschirm lassen die Framerate massiv einbrechen
- +Der Einstieg ist verständlich, das erste Freischalten funktioniert ohne Hürden
- −Abstürze und System-Freezes, die selbst nach dem Schließen einen Neustart erzwingen, werden vielfach gemeldet
- −Berichte über einen BSOD und Speicher-Leaks machen das Spiel für manche unspielbar
- −Die Shops werden mit der Zeit unübersichtlich, Sammel-Upgrades wie +10 oder MAX fehlen
Wertung