„Untergehendes Schiff für zwei Euro, das der Zufall gern kentert“
Das Spiel
Don't Sleep With The Fishes ist ein Survival-Adventure, in dem ein Schiff untergeht und man entscheidet, was man in der knappen Zeit vom sinkenden Deck greift. Danach folgt die Überlebensphase auf einem Floß oder Rettungsboot: Vorräte einteilen, angeln, auf Zufallsereignisse reagieren und Mitreisende samt Katze am Leben halten. Jede Entscheidung frisst Ressourcen, und Zufallsbegegnungen wie Geisterschiffe oder ein Kraken zwingen zu schnellen Reaktionen. Mehrere Enden, ein wahres Ende und freischaltbare Charaktere sollen zum erneuten Spielen anregen. Das Ganze steht in der Tradition von 60 Seconds, verlagert den Fokus aber aufs Meer und einen düsteren Horror-Unterton.
Fazit
Don't Sleep With The Fishes holt aus einer simplen Idee mehr heraus, als der Preis vermuten lässt: Das Sammeln unter Zeitdruck und das anschließende Rationieren greifen sauber ineinander, und die Horror-Nächte auf offener See sitzen. Wer bereit ist, einen vom Zufall zerstörten Run wegzustecken, findet hier ein bissiges kleines Überlebensspiel mit echtem Wiederholungsanreiz. Dass spätere Läufe an Reiz verlieren und die Performance selbst bei schlichter Optik schwächelt, bremst den Gesamteindruck. Als Budget-Titel bleibt es trotzdem eine klare Empfehlung für Freunde harter Entscheidungen.
Gefällt dir, wenn …
- +du kurze, in sich abgeschlossene Überlebensläufe magst
- +dich unberechenbare Zufallsereignisse eher reizen als frustrieren
- +du Achievements und versteckte Enden gern nachjagst
Nichts für dich, wenn …
- −dich Läufe stören, die der Zufall ohne Gegenwehr kippt
- −du nach wenigen Durchgängen frischen Content erwartest
- −dir stabile Performance und vollständige Übersetzung wichtig sind
Wertung
- +Der Zweiklang aus hektischem Sammeln und bedächtigem Überleben trägt den Loop und lädt zum sofortigen Neustart ein
- +Angeln und Ressourceneinteilung reagieren griffig und lassen sich leicht in kurzen Sitzungen aufnehmen
- +Zufallsereignisse wie Geisterschiffe und Kraken-Angriffe halten jeden Run unberechenbar
- −Der Zufall kann einen in eine Abwärtsspirale drücken, aus der kaum Gegensteuern möglich ist
- −Manche empfinden schlechte Zufallsläufe als verschwendete Zeit statt als faire Härte
- +Verschiedene Charakterkombinationen und Companion-Effekte verändern, wie ein Run läuft
- +Mehrere Enden und Achievements geben über die ersten Stunden hinaus Ziele
- +Gegenstände greifen sinnvoll ineinander und belohnen vorausschauendes Sammeln
- −Das wahre Ende und die Rettung fühlen sich unnötig zäh freizuspielen an
- −Companion-Fähigkeiten lösen inkonsistent aus und werden nach einigen Läufen vorhersehbar
- −Nach mehreren Durchgängen setzt spürbare Wiederholung ein
- +Die Geschichte entfaltet sich über Ereignisse und Gespräche statt über Textwände
- +Der Wechsel zwischen albernen Zwischenfällen und echten Horrormomenten erzeugt Spannung
- +Die geheime Missionsprämisse und das Schicksal der Mitreisenden binden emotional
- −Die Erzählung bleibt fragmentiert und lebt stark von der Bereitschaft, sie zwischen den Runs zusammenzusetzen
- +Die Art Direction fängt die Kippbewegung von ruhiger See zum Sturm überzeugend ein
- +Jump Scares und Sounddesign bauen in den Überlebensnächten glaubhaft Druck auf
- −Die Performance fällt gemessen an der schlichten Optik überraschend schwach aus
- −Die UI stößt an Grenzen, besonders bei fehlenden Sprachfassungen
- +Startet stabil, Steuerung und Menüs sind selbsterklärend
- +Sauberer Übergang von der itch.io-Fassung zum Steam-Release
- −Die Lokalisierung ist lückenhaft, Chinesisch, Koreanisch und Ukrainisch fehlen trotz Nachfrage
- −Kein Gamepad-Support, den mobile Spieler vermissen
Wertung