„Haddonfield sitzt, die Technik zerlegt alles“
Das Spiel
In diesem asymmetrischen Multiplayer-Horrorspiel schlüpft ein Spieler in der Halloween-Nacht 1978 in die Rolle von Michael Myers. Die übrigen spielen Zivilisten, die in Haddonfield überleben und aus der Stadt entkommen müssen. Dafür arbeiten sie Ziele wie Autoschlüssel finden oder die Polizei rufen ab, während Myers Jagd auf sie macht. Der Schwerpunkt liegt auf 1-gegen-8-Onlinepartien, dazu kommt eine kurze Einzelspieler-Story, in der ihr Michaels Seite der Ereignisse aus dem Originalfilm erlebt.
Fazit
IllFonic trifft die frostige Haddonfield-Stimmung der Halloween-Nacht perfekt. Michael Myers zu spielen wirkt wirklich bedrohlich, eher wie ein geduldiger Verfolger als wie ein hektischer Killer. Dieser starke thematische Kern steht allerdings auf bröckelndem Code. So viele Bugs, Performance-Aussetzer und hakelige Animationen lassen das Spiel wie einen Early-Access-Build wirken, der zum Vollpreis verkauft wird. Darin steckt eine großartige Horrorsimulation, aber bis dahin müsst ihr euch erst durch einen ganzen Friedhof technischer Probleme graben.
Gefällt dir, wenn …
- +Du Friday the 13th: The Game liebst und ein ähnliches Erlebnis mit einem neuen Slasher suchst.
- +Dir die Atmosphäre des Originalfilms wichtiger ist als technischer Feinschliff.
- +Du in asymmetrischem Horror lieber langsam und methodisch jagst als in hohem Tempo Action abspulst.
Nichts für dich, wenn …
- −Ein unfertiger Eindruck mit häufigen Bugs und schwacher Performance für dich ein Ausschlusskriterium ist.
- −Es dich abschreckt, bei wichtigen Zielen auf träge KI angewiesen zu sein.
- −Du am Releasetag ein Spiel erwartest, das sich komplett und sauber umgesetzt anfühlt.
Wertung
- +Michael Myers zu spielen fängt das Gefühl eines geduldigen Jägers erstaunlich gut ein, nicht bloß das eines stumpfen Verfolgers mit viel Wucht.
- +Die Spielschleife auf beiden Seiten dürfte Fans von Friday the 13th: The Game vertraut vorkommen und funktioniert verlässlich.
- +Mehrere Fluchtziele geben den Zivilisten in jeder Partie spürbare strategische Entscheidungen an die Hand.
- −Die Aufgaben der Zivilisten kippen oft in zähe Escort-Missionen.
- −Träge und frustrierende NPC-KI kann eine Runde im Alleingang ruinieren.
- +Verschiedene Fluchtwege und anpassbare Zivilisten schaffen eine solide Grundlage für Wiederspielwert.
- +Der Einzelspielermodus taugt gut als Einführung ins Spielen auf der Killer-Seite.
- −Der Story-Modus ist extrem kurz und wirkt kaum mehr als ein Prolog.
- −Neue Spieler lernen nichts über die Zivilisten-Seite, was die Lernkurve steil und unerquicklich macht.
- +Die Atmosphäre rekonstruiert den Film von 1978 bemerkenswert treu und mit viel Spannung.
- +Haddonfield ist mit einer Detailgenauigkeit gebaut, die das Spiel fest im Ausgangsmaterial verankert.
- +Die Geschichte ist zwar kurz, erzählt Michaels Blutspur aus seiner Perspektive aber stark.
- +Die Art Direction kann richtig gut aussehen und fängt die Ästhetik der Filmreihe überzeugend ein.
- −Massive Optimierungsprobleme sorgen selbst auf High-End-PCs für schwankende und niedrige Frameraten.
- −Das Bild wirkt oft unscharf, vermutlich wegen aggressivem oder erzwungenem Upscaling.
- −Charakteranimationen und Bewegungen sehen regelmäßig hakelig und wenig glaubhaft aus.
- −Das Spiel steckt voller Bugs, von kleinen Grafikfehlern bis zu Problemen, die Partien komplett zerstören.
- −Spieler berichten von gravierenden Fehlern, etwa unsichtbarem Myers oder Zielen, die nicht als erfüllt erkannt werden.
- −Der insgesamt fehlende Feinschliff lässt das Ganze wie einen unfertigen Early-Access-Titel wirken.
Wertung