„Tauchen, Sushi, Chaos: Der Zirkus, der trotzdem funktioniert“
Das Spiel
DAVE THE DIVER ist ein Adventure-RPG, das zwischen zwei Aktivitäten pendelt: Tagsüber erkundest du die Tiefsee, fängst Fische und sammelst Ressourcen durch Point-and-Click-Navigation, nachts betreibst du ein Sushi-Restaurant, wo du gefangene Fische zu Gerichten verarbeitest und Gäste bedienst. Die Geschichte um das mysteriöse Blue Hole verbindet beide Spielteile, während du allmählich mehr über die Umgebung und die Charaktere lernst.
Fazit
Dave the Diver ist kein tiefes System, sondern ein Dutzend Minispiele, die mit so viel Charme zusammengenäht sind, dass man die Nähte verzeiht. Es lässt dich nie wirklich los, bis es nach 25 Stunden anfängt, dich in sechs Richtungen gleichzeitig zu ziehen. Wer Systemtiefe à la Factorio sucht, ist hier falsch. Wer einen klugen, witzigen Genre-Mix will, kauft blind.
Gefällt dir, wenn …
- +du einen cleveren Genre-Mix willst statt ein einzelnes tiefes System
- +dich Witz und Charaktere mehr tragen als mechanische Komplexität
- +du ein gut dosiertes Tempo neuer Mechaniken magst
Nichts für dich, wenn …
- −du Systemtiefe à la Factorio suchst
- −du nach echten Roguelike-Durchläufen verlangst statt einer linearen Story-Reise
- −dich Fetch-Quests und immer gleiche Tauchgewässer schnell langweilen
Wertung
- +Steuerung sitzt, die Bewegung unter Wasser fühlt sich nie schwammig an
- +Zwei Loops am Tag und Abend tragen sich gegenseitig, statt zu ermüden
- +Neue Mechaniken kommen in gut dosiertem Tempo ohne anfängliche Überforderung
- −Nach dem Auftauchen des Sea-People-Dorfs kippt das Spiel in zähe Fetch-Quests
- −Jeder Tauchgang startet im fast gleichen Wasser, Varianz fehlt
- +Breite ist enorm: Harpune, Fischfarm, Restaurant, Sidequests spannen viele Aktivitäten auf
- −Tiefe pro System ist bescheiden, vieles bleibt Minispiel-Skizze statt ausgereiftes Spiel
- −Keine echten Roguelike-Züge, weil sich kaum etwas neu mischt zwischen Durchläufen
- −Lineare Story-Reise ohne Replaybarkeitsdrang, nach 25 bis 30 Stunden meist erledigt
- +Cutscenes und Schreibe mit echtem Witz, Bancho allein ist die Eintrittskarte wert
- +Story geht an Orte, die man dem Sushi-Thema nicht zutraut
- +Charaktere bleiben hängen und tragen die mysteriöse Erzählung um das Blue Hole
- −Manche Witze nutzen sich nach Stunden ab
- +Pixel-Art-Stil ist konsequent schön, Unterwasserkulissen sind das visuelle Herz des Spiels
- +Aufwendige Cutscenes wirken von Hand poliert, nichts wirkt hingerotzt
- +Tauchzonen-Tracks bleiben im Ohr, besonders die Glacier Zone
- −Auf Dauer wiederholen sich dieselben Musikstücke zu oft
Wertung